Fremde Länder, fremde Sitten: Weihnachten und Neujahr in Südamerika

by David Thum on 21. Dezember 2016

Christbaum in Santiago de Chile (© Jorge Barrios, wikimedia commons GNU-Lizenz)

Christbaum in Santiago de Chile (© Jorge Barrios, wikimedia commons GNU-Lizenz)

Die südamerikanische Kultur ist uns hier in Europa sehr vertraut. Durch den starken spanischen Einfluss und den christlichen Glauben gibt es viele Gemeinsamkeiten. Das Weihnachtsfest gehört in den Ländern Südamerikas genau wie in Europa zu den wichtigsten Feiertagen im Jahr. Kurz darauf folgen die Feierlichkeiten zum neuen Jahr. Doch trotz der vielen Gemeinsamkeiten gibt es gewisse Dinge, die an den letzten Tagen des Jahres anders ablaufen als in Deutschland. Wir stellen Ihnen fünf interessante Besonderheiten zu Weihnachten und Neujahr in Südamerika vor:

1. Endlich Sommerferien:

Strand von Punta del Este (© Ministerio de Turismo Uruguay/ Kromstock)

Strand von Punta del Este (© Ministerio de Turismo Uruguay/ Kromstock)

Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten genau umgekehrt wie hier in Europa. Im Dezember beginnt in den Ländern Chile, Argentinien und Uruguay die heiße Jahreszeit. Schulkinder haben ab Mitte Dezember für zwei Monate Sommerferien. Auch viele Berufstätige nehmen sich Ende Dezember oder im Januar Urlaub, um die Strände des Landes aufzusuchen. Das Weihnachtsfest bedeutet im Süden Lateinamerikas also den Auftakt zur Hauptferienzeit und sorgt somit für noch ausgelassenere Stimmung.

 

2. Der Truthahn: 

Beim Weihnachtsessen überwiegt der amerikanische Einfluss. In den meisten Ländern Südamerikas gibt es Truthahn zu Weihnachten und nicht wie in Deutschland die klassische Weihnachtsgans. Auch zu anderen festlichen Anlässen ist die Pute ein sehr beliebtes Gericht. Das Festessen findet allerdings in den meisten Ländern Südamerikas am späten Abend des 24. Dezember statt. Am ersten Weihnachtstag gibt es dann die aufgewärmten Reste.

 

3. Heiligabend:

In puncto Bescherung überwiegen die Ähnlichkeiten zu Europa. Die Geschenke gibt es normalerweise am 24. Dezember, nicht wie in den USA am Morgen des 25. Oftmals findet die Bescherung erst um Mitternacht nach dem gemeinsamen Essen statt. Gegessen wird nach dem Besuch der heiligen Messe. Der überwiegende Teil der lateinamerikanischen Bevölkerung ist katholisch. In vielen Ländern geht es während der Messe aber nicht ganz so streng zu wie in Deutschland. Immer wieder kommen und gehen Besucher rein und raus und ab und an schleicht sich auch mal ein Straßenhund zwischen die Reihen. Der Weihnachtsbaum und eine kleine Krippe gehören auch in Südamerika zum Fest dazu. Der Baum ist aber in den meisten Familien aus Plastik.

 

4. Die Familie: 

Die Familie steht in Südamerika über allem. Deswegen wird nicht nur Weihnachten mit der ganzen Familie gefeiert, sondern auch an Silvester heißt das Motto: Mit der ganzen Familie! In den etwas progressiveren Ländern des Südens, also Argentinien, Chile oder Uruguay wird Silvester z.T. auch mit Freunden zusammen gefeiert. In den sozial orientierten und traditionsbewussten Ländern der Anden wird aber auch der Jahresabschluss mit der kompletten (Groß-)Familie begangen.

 

5. Brennende Puppen und die Runde mit dem Koffer

Einen lustigen Brauch gibt es hauptsächlich in den Ländern Ecuador, Kolumbien und Venezuela in der Silvesternacht. Kurz nach dem Jahreswechsel sieht man viele Menschen mit einem Koffer um den Block rennen. Das Ritual soll dafür sorgen, dass es im kommenden Jahr auf Reisen geht. Vielleicht sollten Sie es dieses Silvester auch mal versuchen…

Brennende Puppe in Ecuador (© César Munoz A./ ANDES, wikimedia commons 2.0 Lizenz)

Brennende Puppe in Ecuador (© César Munoz A./ ANDES, wikimedia commons 2.0 Lizenz)

In Ecuador und Kolumbien gibt es zudem den Brauch, selbst gebastelte oder gekaufte Puppen an Silvester zu verbrennen. Die Puppen werden mit dem Gesicht eines Politikers oder Bekannten versehen. Oft werden in die Puppen auch Böller eingebaut. Bei den Konstruktionen geben sich die Händler alle Mühe. In der ecuadorianischen Hauptstadt Quito findet man über zwei Meter große Puppen, die manchmal für mehrere hundert Dollar verkauft werden. Natürlich gibt es auch günstige Exemplare.

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