Literaturtipp: „Per Anhalter durch Südamerika“

by Andrea on 22. Februar 2017

Buchcover "Per Anhalter durch Südamerika"

Buchcover „Per Anhalter durch Südamerika“

Zur Reisevorbereitung lesen die meisten Menschen mindestens einen Reiseführer. Um in das Reiseland „einzutauchen“ sind aber auch Reiseberichte und Romane eine tolle Alternative. Meistens viel leichter zu lesen, vermitteln sie eher die Atmosphäre des Landes, die Kultur und Besonderheiten.

Einen sehr ungewöhnlichen Reisebericht habe ich gerade gelesen: „Per Anhalter durch Südamerika“ von Morten Hübbe und Rochssare Neromand-Soma. Die beiden Abenteurer waren 2 Jahre unterwegs und haben den ganzen südamerikanischen Kontinent bereist, 56.000 km haben sie dabei zurückgelegt. Auch wenn sie immer mal wieder einen Bus oder ein Schiff bestiegen haben, so waren sie doch die meiste Zeit per Anhalter unterwegs. Viele nette, skurrile und interessante Begegnungen hat ihnen das beschert. Aber auch ihre Art der Unterkunft hat dazu beigetragen: meistens übernachteten sie bei Menschen, die Ihnen einen Schlafplatz angeboten haben, sie couchsurften sich also durch die Länder Südamerikas. Auch dadurch kommen sie den Menschen sehr nahe, erleben den Alltag, die Sorgen und Träume hautnah mit.

Ein sehr authentisches Buch ist so entstanden, das einen mitnimmt zu den bekannten Sehenswürdigkeiten, aber auch zu Orten, die der „normale“ Tourist nie zu sehen bekommt. So z.B. den Ort Tacuarembó, der – zu Recht – in keiner Uruguayreise auftaucht. Die beiden Autoren aber wollen hin, denn der Ort liegt ziemlich in der Mitte Uruguays und sie wollen wissen, was es außerhalb der großen Städte in Uruguay noch gibt – außer Rinderherden. So nehmen sie eine beschwerliche Anreise in Kauf, um dann auf wirklich wunderliche Menschen zu treffen.
Oder die Fahrt auf dem Amazonas – nicht in einem Kreuzfahrtschiff, sondern auf einem normalen Transportschiff, das auch die Einheimischen nutzen. Hier wird deutlich, dass Reisen abseits der eingetretenen Pfade mühsam ist und es manchmal auch Momente gibt, die keinen Spaß machen. Aber andererseits wird man mit vielen Erlebnissen belohnt, mit Erfahrungen, die man sonst nie machen würde.

Daneben kann man aber auch mit Morten und Rochssare zu den bekannten Reisezielen reisen, wie z.B. Machu Picchu oder den Torres del Paine Nationalpark. Durch die persönliche Schreibweise ist man hautnah dabei und bekommt nebenher noch ein paar Reisetipps.

Insgesamt ein einfach und flüssig zu lesendes Buch, besonders, da es in kurze Kapitel gegliedert ist, die auch die Orientierung, wo man sich gerade in Südamerika befindet, erleichtern. Das Buch hat mich gefesselt und während des Lesens wirklich nach Südamerika verfrachtet, wo ich dann an den passenden Stellen auch in Erinnerungen schwelgen konnte. Klare Leseempfehlung!

Hier geht es zum Buch: http://nuestra-america.de/per-anhalter-durch-suedamerika/

{ 1 comment… read it below or add one }

Freiwilligenarbeit im Ausland März 9, 2017 um 11:32

Ich gehe auch gern gut vorbereitet auf Reisen. Einheimische, das habe ich schon festgestellt, finden es befremdlich, wenn Fremde mehr über ihre Welt zu Wissen glauben, als sie selbst. Lest mal ausländische Reiseführer über eure eigene Heimatstadt. Ihr werdet euch ganz schön wundern.

Leave a Comment

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: