Kinofilm über die Colonia Dignidad

by Simon Sand on 7. März 2016

Schule in Colonia Dignidad (© Xarucoponce, Wikimedia Commons, Creative-Commons-Lizenz 3.0)

Schule in der Colonia Dignidad (© Xarucoponce, Wikimedia Commons, Creative-Commons-Lizenz 3.0)

Seit dem 18. Februar 2016 läuft der Film „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ in den deutschen Kinos. Dieser erzählt eine fiktive Geschichte aus der Zeit des chilenischen Militärputsches 1973. Lena (Emma Watson), eine Stewardess, möchte ihrem Freund und Fotografen Daniel (Daniel Brühl) einen Überraschungsbesuch abstatten. Dieser befindet sich in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile und gehört einer studentischen Aktivistengruppe an, welche den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende unterstützt. Doch kurz nach ihrem Wiedersehen ist die Stadt Schauplatz des Militärputschs von General Augusto Pinochet. Beide werden zunächst gefangen genommen und als Daniel als Unterstützer von Allende identifiziert wird, bringen ihn die Soldaten in eine Geheime Einrichtung. Lena wird kurze Zeit später wieder frei gelassen und macht sich auf die Suche nach ihrem Freund. Diese führt sie in die Colonia Dignidad, ein Siedlungsareal in Chile. Um Daniel befreien zu können, schließt sie sich der dortigen Sekte an und stößt dabei auf die grausamen Machenschaften, welche in dieser zunächst unscheinbaren Gegend vor sich gehen.

Hintergrund

Da Paul Schäfer aufgrund seines Glasauges, welches er nach einem Unfall in seiner Kindheit bekam, vom deutschen Heer ausgemustert wurde, arbeitete er nach dem 2. Weltkrieg als Jugendbetreuer für christliche Einrichtungen. Er soll sich dort aber an Kindern und Jugendlichen vergriffen haben und als schließlich die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelte, floh er nach Südamerika. Dort  gründete er mit Anhängern 1961 die Sekte Colonia Dignidad in Chile. Außerdem erwarb er ein etwa 3000 Hektar großes Areal in der Einöde Chiles, wo er nach und nach eine gleichnamige Siedlung aufbaute. Diese tarnte er für die Außenstehenden als eine landwirtschaftliche Siedlung mit Feldern, einer Schlosserei und einer Tischlerei. Doch in Wahrheit manipulierte und kontrollierte Schäfer alle Einwohner und nutzte den Glauben als Deckmantel für seine grausamen Methoden. 2005 wurde Schäfer schließlich gefasst und starb fünf Jahre später im Gefängnis. Auch heute noch leben etwa 120 Menschen in der ehemaligen Siedlung Colonia Dignidad.

Der Spiegel hat dazu einen sehr interessanten Artikel verfasst, diesen finden Sie hier.

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