Last Updated on 10. Juni 2026 by Südamerika Reiseportal
Ein Tor zur Antarktis öffnet sich. Mitten im Südpolarmeer liegen die Südlichen Shetlandinseln – eine Inselgruppe, die wie geschaffen scheint für das Abenteuer am Ende der Welt.
Schneebedeckte Berge erheben sich über gewaltigen Gletschern, Eisschollen treiben durch stille Buchten und zwischen Eisbergen tummeln sich Pinguine, Robben und Wale. Für viele Reisende beginnt hier die erste Begegnung mit der Antarktis.
Die Kombination aus unberührter Natur und faszinierender Tierwelt macht die Südlichen Shetlandinseln zu einem der außergewöhnlichsten Reiseziele der Erde.
Das Wichtigste in Kürze
- Inselgruppe rund 120 Kilometer nördlich vor der Antarktischen Halbinsel
- Erster Landkontakt vieler Antarktis-Expeditionen
- Spektakuläre Gletscherlandschaften, aktive Vulkane und eine einzigartige Tierwelt
- Heimat riesiger Pinguinkolonien, Robben und zahlreicher Walarten
- Beste Reisezeit im Antarktischen Sommer (November – März)
- Lage und Orientierung
- Geschichte der südlichen Shetlandinseln
- Aktivitäten und Expeditionserlebnisse
- Tierwelt der Südlichen Shetlandinseln
- Die Drake Passage
- Forschungsstationen auf der Inselgruppe
- Nachhaltiger Tourismus auf den südlichen Shetlandinseln
- Reisezeit und Klima
- Häufige Fragen zu den Südlichen Shetlandinseln:
- Du möchtest die Südlichen Shetlandinseln selbst erleben?
Lage und Orientierung
Die Südlichen Shetlandinseln befinden sich im Südpolarmeer
und liegen etwa 120 Kilometer nordwestlich der Antarktischen Halbinsel und bestehen aus rund 11 größeren sowie zahlreichen kleineren Inseln. Sie sind durch eine ca. 150 km breite Meeresstraße, die Bransfieldstraße, von dem antarktischen Kontinent getrennt. Die Inseln, deren Gesamtfläche ca. 4.700 km² beträgt und wovon 80% vergletschert ist, sind kontinentalen Ursprungs.
Die bekanntesten Inseln sind:
- King George Island: Die größte Insel der Südlichen Shetlandinseln im Osten der Inselgruppe. Bekannt für internationale Forschungsstationen, Gletscherlandschaften und Pinguinkolonien.
- Deception Island: Zentral gelegen und eine der spektakulärsten Inseln der Antarktis. Der aktive Vulkankrater bildet einen natürlichen Hafen. Schiffe fahren durch eine schmale Öffnung direkt in den Krater ein – ein weltweit seltenes Naturphänomen. Highlights sind schwarze Vulkanstrände, heiße Quellen und eine ehemalige Walfangstation.
- Livingston Island: Westlich von King George Island. Bekannt für beeindruckende Gletscher, schroffe Berglandschaften sowie zahlreiche Pinguine und Robben.
- Half Moon Island: Eine kleine Insel zwischen Livingston und Greenwich Island. Beliebt für Anlandungen mit guten Möglichkeiten zur Beobachtung von Zügelpinguinen, Eselspinguine, Seeleoparden und Weddellrobben.
- Elephant Island: Östlich der Hauptinselgruppe gelegen. Berühmt durch die Shackleton-Expedition von 1916 und bekannt für ihre wilde, abgelegene Landschaft.
- Smith Island: Begeistert mit dem Mount Foster, der mit einer Höhe von 2105m die höchste Erhebung der südlichen Shetland Inseln darstellt.
Durch ihre Lage gelten sie als das Tor zur Antarktis und werden von nahezu allen Antarktis-Kreuzfahrten besucht.

Wie gelangt man zu den Südlichen Shetlandinseln?
Da die Südlichen Shetlandinseln zu den abgelegensten Regionen der Erde gehören, sind sie ausschließlich im Rahmen von Expeditionsreisen erreichbar. Die meisten Besucher gelangen entweder per Schiff oder per Flugzeug in die Inselgruppe.
- Mit dem Expeditionsschiff: Die klassische Anreise erfolgt über eine Antarktis-Kreuzfahrt ab Ushuaia in Argentinien oder Punta Arenas in Chile. Nach der Überquerung der berühmten Drake-Passage erreichen die Expeditionsschiffe die ersten Inseln des Archipels. Bereits hier beginnen die Tierbeobachtungen mit Pinguinen, Robben und oft auch Walen.
- Mit dem Flugzeug: Eine schnellere Alternative sind sogenannte Fly-Cruise-Reisen. Dabei fliegen Reisende von Punta Arenas zur King George Island, der größten Insel der Gruppe. Dort beginnt direkt die Expeditionskreuzfahrt Richtung Antarktische Halbinsel. Diese Variante umgeht die mehrtägige Überfahrt durch die Drake-Passage.
Tipp: In der Reisesaison (November bis März) wenn die antarktischen Gewässer weitgehend eisfrei sind, kann sich das Wetter jederzeit ändern. Warme, winddichte und wasserdichte Kleidung ist unverzichtbar. Auch Sonnenschutz und eine gute Sonnenbrille sollten aufgrund der starken Reflexion von Schnee und Eis nicht fehlen.
Geschichte der südlichen Shetlandinseln
Die Südlichen Shetlandinseln wurden Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt und entwickelten sich schnell zu einem wichtigen Ziel für Robbenjäger und Seefahrer. Aufgrund ihrer Nähe zur Antarktis dienten sie vielen frühen Expeditionen als Ausgangspunkt für weitere Erkundungen des unbekannten Kontinents.
Schon wenige Jahre nach ihrer Entdeckung erreichten zahlreiche Jagdschiffe die Inselgruppe. Vor allem Pelzrobben wurden intensiv bejagt, wodurch die Bestände innerhalb kurzer Zeit stark zurückgingen. Später spielte auch der Walfang in den Gewässern rund um die Inseln eine bedeutende Rolle. Erst ab 1944 gab es dauerhafte Bewohner.
Besondere Berühmtheit erlangte Elephant Island durch die dramatische Rettungsgeschichte von Sir Ernest Shackleton. Nachdem sein Schiff „Endurance“ 1915 vom Packeis zerstört worden war, erreichte ein Teil seiner Mannschaft die abgelegene Insel. Shackletons anschließende Rettungsmission zählt bis heute zu den größten Überlebensgeschichten der Polarforschung.
Heute stehen Wissenschaft und Naturschutz im Mittelpunkt. Die Inseln dienen als wichtige Forschungsstandorte für Klimaforschung, Glaziologie, Meeresbiologie und Umweltwissenschaften. Viele Erkenntnisse über den Klimawandel stammen aus Untersuchungen in dieser Region.
Aktivitäten und Expeditionserlebnisse
Zodiac-Fahrten zwischen Eisbergen
Mit den kleinen Expeditionsbooten, den sogenannten Zodiacs, gelangen Besucher tief in eisgefüllte Buchten und können Gletscher, Eisberge und Wildtiere aus nächster Nähe erleben. Oft entstehen dabei die spektakulärsten Fotomotive einer Antarktisreise.

Anlandung auf abgelegenen Inseln
Je nach Wetter- und Eisbedingungen ermöglichen Expeditionen Anlandungen auf verschiedenen Inseln des Archipels. Dabei lassen sich große Kolonien von Zügel- und Eselspinguinen, historische Relikte und beeindruckende Landschaften erkunden.
Polar-Fotografie in einzigartigen Landschaften
Schneebedeckte Gipfel, leuchtend blaue Gletscher und spiegelnde Eisberge schaffen ideale Bedingungen für eindrucksvolle Naturaufnahmen. Das ständig wechselnde Licht sorgt dabei für ganz besondere Stimmungen.
Kajak- und Campingexpeditionen
Einige Expeditionsanbieter ermöglichen zusätzliche Abenteuer wie Kajaktouren entlang der Küsten oder sogar Übernachtungen an Land. Diese Aktivitäten vermitteln ein besonders intensives Erlebnis der antarktischen Wildnis.
Polar Plunge – das Bad in antarktischen Gewässern
Für viele Reisende gehört der berühmte „Polar Plunge“ zu den Höhepunkten der Reise. Der Sprung in das nur wenige Grad kalte Wasser mag Überwindung kosten, bleibt aber meist als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung.
Tierwelt der Südlichen Shetlandinseln
Die Inselgruppe gehört zu den besten Orten der Welt für Tierbeobachtungen. Gerade zwischen Dezember und Februar herrscht hier Hochsaison für Tierbeobachtungen. Mögliche Begegnungen:
- Pinguinkolonien: Tausende Brutpaare verschiedener Pinguinarten prägen das Bild vieler Inseln. Darunter Eselspinguine, Adeliepinguine und Zügelpinguine.
- Robben und Seeelefanten: Weddellrobben, Seeleoparden, Pelzrobben, antarktische Seebären und Seeelefanten ruhen regelmäßig an den Küsten.
- Wale in den antarktischen Gewässern: Vor allem Buckelwale, Zwergwale und gelegentlich Orcas lassen sich während der Saison beobachten.
- Seevögel der Polarregion: Albatrosse, Sturmvögel und Kormorane begleiten viele Expeditionen.

Die Drake Passage
Die Drake-Passage zählt zu den berühmtesten Schiffspassagen der Welt. Zwischen der Südspitze Südamerikas und den eisigen Gewässern der Antarktis verbindet sie den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Sie gilt als eine der spektakulärsten, aber auch anspruchsvollsten Seerouten, durch dieses raue und unvorhersehbare Gewässer.
Für viele Reisende markiert die Überquerung den symbolischen Übergang vom Ende der bekannten Welt in die unberührte Wildnis der Antarktis.
Die Drake-Passage ist berühmt für ihre wechselhaften Bedingungen. Während manche Expeditionen eine überraschend ruhige Überfahrt erleben, können andere auf hohe Wellen, starke Winde und eine beeindruckende Kraft des Südpolarmeeres treffen.
Tipp: Viele Reisende leiden, durch den hohen und intensiven Wellengang, an Seekrankheit. Vorbereitung (ausreichend Flüssigkeit, Aufenthalt an Deck mit Blick auf den Horizont) und passende Medikamente können die Überfahrt deutlich angenehmer gestalten.
Einen ausführlichen Artikel über die Drake-Passage können Sie hier finden: Die Drake Passage – auf den Spuren eines Weltumseglers

Forschungsstationen auf der Inselgruppe
Durch die außergewöhnlichen Gegebenheiten, sind die südlichen Shetlandinseln beliebt für viele Internationale Forschungsprojekte und sie beherbergen Forschungsstationen aus zahlreichen Ländern. Wissenschaftler untersuchen hier unter anderem Veränderungen der Eisschilde, Wetterphänomene, Meeressäuger und die Auswirkungen des globalen Klimawandels.
Vor allem das Leben und Arbeiten am Ende der Welt gestaltet sich besonders schwierig. Der Alltag in den Forschungsstationen ist von extremen Bedingungen geprägt. Starke Winde, lange Winter und die Isolation machen das Leben herausfordernd. Gleichzeitig bietet die Region einzigartige Möglichkeiten, eine der letzten weitgehend unberührten Naturlandschaften unseres Planeten zu erforschen.
Vor allem auf King George Island befinden sich mehrere dauerhaft besetzte Forschungsstationen. Einige Expeditionsreisen ermöglichen Einblicke in die Arbeit der Wissenschaftler und vermitteln spannende Informationen über das Leben in der Antarktis.
Nachhaltiger Tourismus auf den südlichen Shetlandinseln
Die Antarktis gehört zu den empfindlichsten Naturräumen der Erde. Bereits kleine Eingriffe können langfristige Auswirkungen auf Tiere und Umwelt haben.
Regeln für Besucher: Besucher müssen ausreichend Abstand zu Tieren halten, dürfen keinerlei Spuren hinterlassen und müssen spezielle Hygienemaßnahmen beachten. Dadurch soll verhindert werden, dass fremde Organismen oder Krankheiten in die Region gelangen.
Die meisten Expeditionsanbieter sind Mitglieder der International Association of Antarctica Tour Operators (IAATO). Diese Organisation entwickelt Richtlinien für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus in der Antarktis.
Warum die Antarktis besonders geschützt wird? Die Antarktis ist einer der letzten nahezu unberührten Lebensräume unseres Planeten. Ihr Schutz dient nicht nur dem Erhalt einzigartiger Tierarten und Landschaften, sondern auch der wissenschaftlichen Erforschung globaler Umwelt- und Klimaprozesse.
Reisezeit und Klima
Das Klima der Südlichen Shetlandinseln ist polar geprägt und ist aber für antarktischen Verhältnisse relativ mild.
Selbst während des antarktischen Sommers bewegen sich die Temperaturen meist zwischen -2 °C und +8 °C. Hinzu kommen häufig starke Winde und schnelle Wetterwechsel. Von Dezember bis März ist das Meer vorübergehend eisfrei, aber bereits Ende April bildet sich wieder Packeis, welches sich bis in den Dezember hinein halten kann.
Der Winter, der auf den europäischen Sommer fällt, ist durch Dauerfrost (um −10 °C) und Dunkelheit gekennzeichnet. An Land liegt an 6 bis 10 Monaten im Jahr Schnee, in höheren Lagen auch das ganze Jahr.
Die Besuchersaison fällt in den antarktischen Sommer (von November bis März). In dieser Zeit sind die Gewässer etwas ruhiger, nicht wirklich vereist und die Tage außergewöhnlich lang. Viele Tierarten nutzen diese Monate zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen.
Wer möglichst viele Tiere erleben möchte, reist idealerweise zwischen Dezember und März. In dieser Zeit erreichen die Tierbestände ihren Höhepunkt und die Chancen auf spektakuläre Naturbeobachtungen sind besonders hoch.
Weitere Informationen zu Patagonien und „das Ende der Welt findest du in unserem großen Patagonienguide:
Häufige Fragen zu den Südlichen Shetlandinseln:
Lohnt sich ein Besuch der Südlichen Shetlandinseln?
Definitiv. Die Inselgruppe vereint viele der Erlebnisse, für die die Antarktis berühmt ist: gewaltige Gletscher, spektakuläre Eislandschaften, riesige Pinguinkolonien sowie Begegnungen mit Robben und Walen. Gleichzeitig gehören die Südlichen Shetlandinseln zu den am besten zugänglichen Regionen der Antarktis und sind daher oft der erste Höhepunkt einer Antarktis-Expedition.
Wie lange sollte man für die Südlichen Shetlandinseln einplanen?
Die Inseln werden meist im Rahmen einer Antarktisreise besucht. Typische Expeditionskreuzfahrten dauern zwischen 10 und 14 Tagen ab Ushuaia oder Punta Arenas. Für Anlandungen und Erkundungen auf den Südlichen Shetlandinseln selbst werden je nach Route meist ein bis drei Tage eingeplant.
Kann man die Inseln individuell bereisen?
Nein. Die Südlichen Shetlandinseln können nicht auf eigene Faust besucht werden. Der Zugang erfolgt ausschließlich über organisierte Expeditionsreisen, die den strengen Richtlinien des Antarktisvertrags und der IAATO folgen. Individualtourismus ist aufgrund der extremen Bedingungen und der Schutzbestimmungen praktisch nicht möglich.
Was macht Deception Island so besonders?
Deception Island zählt zu den außergewöhnlichsten Orten der Antarktis. Die Insel ist der Krater eines aktiven Vulkans, dessen Zentrum durch einen schmalen Eingang namens „Neptune’s Bellows“ mit dem Meer verbunden ist. Schiffe können direkt in die überflutete Caldera einfahren, ein weltweit äußerst seltenes Naturphänomen. Schwarze Vulkanstrände, Dampfaustritte und verlassene Walfangstationen verleihen der Insel eine fast surreale Atmosphäre.
Du möchtest die Südlichen Shetlandinseln selbst erleben?
Haben wir Dein Interesse an einer Reise auf die Südlichen Shetlandinseln, Antarktis-Expeditionen und die umliegende Region geweckt? Dann schau Dir mal unsere Patagonienreisen an:
Auf diesen Reisen besuchst Du gezielt die Umgebung rund um die Inselgruppe und das Archipel selbst:
Gruppenreise: MS OCEAN VICTORY: Antarktische Halbinsel
Von Ushuaia startet diese 15-tägige Antarktis-Expedition und führt über die Drake-Passage zu den Südlichen Shetlandinseln. King George Island, Deception Island und Half Moon Island mit ihren Pinguinkolonien, Forschungsstationen und spektakulären Vulkanlandschaften werden angesteuert und können erkundet werden. Zahlreiche Zodiac-Anlandungen ermöglichen intensive Naturerlebnisse mit Pinguinen, Robben, Walen und beeindruckenden Eislandschaften.
Expeditions-Kreuzfahrt: MS SEA SPIRIT – 66 Grad Süd
Diese 18-tägige Antarktis-Expedition führt von Ushuaia über die berühmte Drake-Passage zu den Südlichen Shetlandinseln, dem Tor zur Antarktis. Dort erwarten die Reisenden spektakuläre Vulkanlandschaften auf Deception Island, große Pinguinkolonien, Robben, Wale sowie beeindruckende Eis- und Gletscherwelten. Anschließend geht die Reise entlang der Antarktischen Halbinsel bis in die Region des südlichen Polarkreises.
