Last Updated on 13. Mai 2026 by Südamerika Reiseportal
Der Parque Nacional Los Glaciares (Los-Glaciares-Nationalpark) in Argentinien ist einer der bekanntesten in Südamerika, insbesondere wegen des Gletschers Perito Moreno, der praktisch in jeder Patagonienreise besucht wird. Der Park beeindruckt mit seiner dramatischen Landschaft aus majestätischen Gletschern, türkisfarbenen Seen und schroffen Berggipfeln.
Der 1937 eröffnete und 1971 erweiterte Los-Glaciares-Nationalpark liegt in der argentinischen Provinz Santa Cruz in Patagonien und ist mit einer Fläche von ca. 4.500 km² der größte und auch der meistbesuchte Nationalpark des Landes. Im Jahre 1981 wurde er in die UNESCO Weltnaturerbeliste aufgenommen und gilt international als Weltwunder der Natur.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Los-Glaciares-Nationalpark liegt in Patagonien im Süden Argentiniens.
- Der bekannteste Gletscher ist der Perito Moreno.
- UNESCO-Weltnaturerbe seit 1981.
- Ausgangsorte sind El Calafate und El Chaltén.
- Beste Reisezeit: November bis März.
- Ideal für Wanderungen, Gletschererlebnisse und Naturfotografie.
- Der wachsende Gletscher
- Eindrucksvolles Naturschauspiel
- Ziele für Wanderer und Bergsteiger im Los-Glaciares-Nationalpark
- El Calafate oder El Chaltén?
- Flora im Los-Glaciares-Nationalpark
- Fauna im Los-Glaciares-Nationalpark
- Beste Reisezeit für den Los-Glaciares-Nationalpark
- Gruppenreise: Patagonia
- Mietwagenreise: Mit dem Mietwagen vom Seengebiet nach Feuerland
Der Nationalpark Los Glaciares, was auf deutsch “die Gletscher” bedeutet, grenzt an den chilenischen Nationalpark Torres del Paine.
Der wachsende Gletscher
Der Nationalpark besteht aus 300 Gletschern. Die bekanntesten sind die drei großen Gletscher Perito-Moreno, Viedma und dem Upsala. Der Star unter ihnen ist jedoch der Perito Moreno.
Eine Besonderheit des 30 km langen Perito-Moreno-Gletscher ist, dass er einer der wenigen bekannten Gletscher außerhalb der Antarktis ist, der nicht zurückgeht, sondern weiter stetig wächst. Eine plausible Erklärung für dieses Phänomen hat bisher noch kein Wissenschaftler finden können.
Tipp: Plane genügend Zeit am Perito-Moreno-Gletscher ein. Dann hast Du bessere Chancen zu erleben, wie plötzlich gewaltige Eisbrocken mit lautem Donnern abbrechen.

Eindrucksvolles Naturschauspiel
Die Eismasse schiebt sich täglich etwa einen Meter nach vorne. Dabei brechen von Zeit zu Zeit Eisblöcke der fünf Kilometer breiten Gletscherzunge ab. Beim Sturz in den Lago Argentino lösen sie somit riesige Flutwellen aus. Wenn am Perito Moreno plötzlich riesige Eisbrocken abbrechen und mit gewaltigem Donnern ins Wasser stürzen, wird für Dich als Besucher spürbar, wie lebendig und gewaltig diese Eislandschaft ist.
Außerdem trifft dabei ein Teil des Gletschers auf einen Gegenhang und schnürt so etwa alle vier bis zehn Jahre einen Nebenarm des Lago Argentino ab, den Brazo Rico. Dadurch steigt der Wasserspiegel im südlichen Teil dieses Arms auf bis zu 30 Meter an. Hält die Eismauer dem enormen Druck nicht mehr stand, folgt ein eindrucksvolles Naturschauspiel: Die aufgestauten Wassermassen sprengen einen Teil der Gletscherfront und bahnen sich ihren Weg in den restlichen Teil des Sees.

Ziele für Wanderer und Bergsteiger im Los-Glaciares-Nationalpark
Für Bergsteiger und Trekking-Touristen sind die Granitberge Cerro Fitz Roy (3.406 Meter) und Cerro Torre (3.128 Meter) äußerst attraktiv. Diese befinden sich im Nordteil des Parks. Einen der schönsten Gipfel der Welt stellt für viele die Felsnadel des Cerro Torre dar. Allerdings ist diese nur sehr schwer zu erklimmen.
Ein überwältigendes Gletscher-Panorama erhält man, wenn man 1.200 Meter zur Laguna de los Tres hinaufwandert. Wer des Weiteren auf dem Viedma-Gletscher eine Eisgletscherwanderung unternimmt, kommt an einem 80 km langen und 15 km breiten, türkisblauen Gletschersee, dem Viedma-See, vorbei.
Tipp: Das Wetter in Patagonien kann sich innerhalb weniger Minuten ändern. Wind- und Regenschutz gehören deshalb immer ins Tagesgepäck.
Die besten Ausgangspunkte, um seine Tour in den Nationalpark zu starten, ist die Kleinstadt El Calafate oder das Dorf El Chaltén.
Tipp: El Calafate eignet sich hervorragend als Basis für mehrere Ausflüge – nicht nur zum Perito Moreno, sondern auch zu Bootstouren und weiteren Gletschern.

Weiterlesen: El Chaltén in Patagonien – Wandern am Fitz Roy & Cerro Torre
El Calafate oder El Chaltén?
Viele Reisende fragen sich bei der Planung ihrer Patagonienreise: El Calafate oder El Chaltén? Die kurze Antwort lautet: Am besten beides – denn beide Orte zeigen sehr unterschiedliche Seiten des Los-Glaciares-Nationalparks.
El Calafate: Ausgangspunkt für den Perito-Moreno-Gletscher
El Calafate ist der wichtigste Ausgangsort für den Besuch des berühmten Perito-Moreno-Gletschers. Die Stadt liegt am Lago Argentino und bietet eine gute touristische Infrastruktur mit Hotels, Restaurants, Ausflugsanbietern und dem Flughafen in der Nähe.
Von El Calafate aus erreichst Du den Perito Moreno bequem als Tagesausflug. Auch Bootstouren zu weiteren Gletschern des Nationalparks starten meist von hier. El Calafate eignet sich deshalb besonders gut, wenn Du Patagoniens Eiswelt intensiv erleben möchtest, ohne lange Wanderungen unternehmen zu müssen.
El Chaltén: Wanderparadies am Fitz Roy
El Chaltén liegt weiter nördlich und gilt als Wanderhauptstadt Argentiniens. Der kleine Ort ist Ausgangspunkt für Touren zum Fitz Roy, zum Cerro Torre und zu mehreren Gletscherseen. Viele Wanderwege beginnen direkt im Ort – ein großer Vorteil, wenn Du aktiv unterwegs sein möchtest.
Im Vergleich zu El Calafate wirkt El Chaltén ursprünglicher und ruhiger. Die Infrastruktur ist einfacher, aber die Nähe zur Bergwelt ist überwältigend. Wenn Du gerne wanderst, fotografierst oder Patagonien besonders unmittelbar erleben möchtest, solltest Du El Chaltén unbedingt einplanen.
Tipp: Für eine ausgewogene Route empfehlen sich meist mindestens zwei Nächte in El Calafate und zwei bis drei Nächte in El Chaltén. So kombinierst Du den Perito-Moreno-Gletscher mit den schönsten Wanderlandschaften rund um Fitz Roy und Cerro Torre.
Unser Fazit: El Calafate steht für die spektakuläre Gletscherwelt Patagoniens, El Chaltén für aktive Naturerlebnisse in der Berglandschaft. Gemeinsam ergeben beide Orte einen der eindrucksvollsten Abschnitte einer Reise durch Patagonien in Argentinien.
Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, was Patagonien so besonders macht, findest Du weitere Eindrücke und Hintergründe in unseren ausführlichen Patagonien-Artikeln.
👉 Weiterlesen: Patagonien pur – eine Liebeserklärung an die unberührte Wildnis
Flora im Los-Glaciares-Nationalpark
Die Vegetation im Nationalpark wird von zwei Hauptökosystemen geprägt: der patagonischen Steppe im Osten und dem feuchten subantarktischen Wald im Westen. Jedes dieser Gebiete bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzenarten.
Die feuchten Westhänge der Anden sind von immergrünen Wäldern bedeckt, in denen vor allem Südbuchen dominieren. Zwischen den Bäumen findet man Moose, Flechten und Farne, die die feuchten Bedingungen lieben. Besonders auffällig sind die bunten Flechten, die Baumstämme und Steine zieren.
Im Osten des Parks geht der Wald in die trockenere Steppe über. Hier dominieren Gräser und Sträucher, z.B. der Calafate-Strauch, dessen Früchte der Legende nach eine Rückkehr nach Patagonien versprechen, wenn man sie verspeist.

Fauna im Los-Glaciares-Nationalpark
Der Los Glaciares Nationalpark beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an Wildtieren. Aufgrund der unterschiedlichen Ökosysteme im Park finden sowohl an Land als auch in der Luft zahlreiche Arten ideale Lebensbedingungen. Z.B. kommen Puma, Guanako und Andenfuchs vor, aber auch über 100 Vogelarten wie der Andenkondor, die Magellangans oder der Magellanspecht.

Beste Reisezeit für den Los-Glaciares-Nationalpark
Die ideale Zeit für einen Besuch ist – wie in ganz Patagonien – zwischen Oktober und März, wenn die Temperaturen milder sind und die Tage länger. Dennoch ist auch dann das Klima rau – mit extremen Wetterbedingungen wie eisigen Winde, kühlen Temperaturen und starken Niederschläge muss man immer rechnen.
Tipp: Besonders eindrucksvoll sind die langen Sommerabende Patagoniens. Selbst spät am Abend taucht das Licht Berge und Gletscher oft noch in warme Farben.
In unserem Patagonien Reiseguide findet du viele weitere Informationen:
Wie kommt man zum Los-Glaciares-Nationalpark?
Die meisten Reisen starten in El Calafate im Süden Argentiniens. Die Stadt verfügt über einen Flughafen und ist Ausgangspunkt für Ausflüge zum Perito-Moreno-Gletscher und weiteren Bereichen des Nationalparks.
Wann ist die beste Reisezeit für den Los-Glaciares-Nationalpark?
Die beste Reisezeit liegt meist zwischen November und März – also im patagonischen Sommer. Dann sind die Temperaturen angenehmer, viele Wanderwege geöffnet und die Tage besonders lang.
Wie viele Tage sollte man für den Los-Glaciares-Nationalpark einplanen?
Für den Nationalpark und die Umgebung empfehlen sich mindestens 3–5 Tage. So bleibt genug Zeit für den Perito-Moreno-Gletscher, Bootsausflüge und – je nach Interesse – Wanderungen rund um El Chaltén.
Was ist der Unterschied zwischen El Calafate und El Chaltén?
El Calafate ist der wichtigste Ausgangsort für den Perito-Moreno-Gletscher und Bootstouren auf den Seen Patagoniens. El Chaltén gilt dagegen als Wanderhauptstadt Argentiniens und ist besonders bekannt für Touren rund um den Fitz Roy.
Kann man den Perito-Moreno-Gletscher auch ohne Wanderung erleben?
Ja. Bereits die Aussichtspunkte und Stege vor dem Gletscher bieten beeindruckende Perspektiven. Zusätzlich werden Bootstouren angeboten, die nahe an die gewaltigen Eiswände heranführen.
Ist eine Reise nach Patagonien anstrengend?
Patagonien ist gut bereisbar, allerdings solltest Du Dich auf wechselhaftes Wetter und starken Wind einstellen. Mit passender Kleidung und etwas Flexibilität ist die Region auch für weniger sportliche Reisende gut erlebbar.
Möchtest Du den Los Glaciares-Nationalpark entdecken?
Gruppenreise: Patagonia
In dieser Reise stehen die beiden Hauptstädte Buenos Aires und Santiago de Chile auf dem Programm, ansonsten die Highlights Patagoniens: Feuerland, der Torres del Paine-Nationalpark und der Nationalpark Los Glaciares.
Mietwagenreise: Mit dem Mietwagen vom Seengebiet nach Feuerland
Drei Wochen sind Sie mit dem Mietwagen unterwegs und erleben die Höhepunkte Patagoniens auf der argentinischen und der chilenischen Seite.
