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Bunt, laut, unvergesslich: Karneval in der Karibik

Last Updated on 20. Februar 2026 by Südamerika Reiseportal

Wer die Karibik nur mit weißen Stränden und türkisfarbenem Meer verbindet, verpasst einen ihrer lebendigsten Momente. Wenn auf Trinidad, Barbados oder in der Dominikanischen Republik die Karnevalszeit beginnt, verwandeln sich ganze Inseln in Bühnen voller Musik, Tanz und bunten Kostümen. Willkommen beim Karneval in der Karibik – einem Fest, das weit mehr ist als eine „fünfte Jahreszeit“. Für Reisende ist dies eine einzigartige Gelegenheit, die Karibik von einer ganz anderen Seite zu erleben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Karibischer Karneval: Das sind bunte Kostüme, laute Musik, Paraden, tropische Stimmung, vergleichbar mit Rio de Janeiro.
  • Kuba: Karnevalszeit beginnt oft schon Weihnachten, Höhepunkt im Juli mit farbenfrohen Umzügen.
  • Dominikanische Republik: größte Feiern ab 27. Februar in Städten wie Santo Domingo und La Vega.
  • Jede Insel hat eigenen Karnevalscharme: von Salsa und Merengue bis zu modernen Beats – vielfältig und einzigartig.
  • Auf Barbados findet das traditionelle „Crop Over“ statt, ein Fest mit Parade, Musik, regionaler Küche und dem spektakulären „Grand Kadooment Day“ als Höhepunkt.

Der Ursprung des Karnevalsbeginn

Frauen in gelben Kostüm beim Tobago Karneval
Frauen im Kostüm beim Tobago Karneval (© Tobago Tourism Agency Ltd)

Der Karneval in der Karibik unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht großartig von Feiern in Süd- und Mittelamerika: auch hier gibt es bunte und aufwändige Kostüme, laute Musik, Paraden, Festwägen, Sambatanzen und vieles mehr. Die Feste können also auch locker mit einer Karnevalshochburg wie Rio de Janeiro mithalten. Das beweisen auch viele Prominente und Touristen, die immer wieder eine oder mehrere der Inseln aufsuchen, um dort den etwas anderen Fasching zu genießen.

Tipp: Plane deinen Besuch nicht ausschließlich rund um den Hauptumzug, sondern bleibe mehrere Tage vor Ort.

Der Karneval in der Karibik hat andere Zeiten

Anders als in vielen anderen Ländern auf dieser Welt läuft Karneval in der Karibik zeitlich etwas anders ab und auch innerhalb der Inselgruppen gibt es größere Unterschiede. Bereits im Dezember sind dort die ersten Verkleideten unterwegs, die durch die Straße ziehen, und das sogar noch während der Weihnachtszeit. Auch gibt es Inseln, auf denen der Fasching bis in den späten Sommer geht oder dann erst richtig startet. In Kuba z. B. fangen bereits um den 26. Dezember herum die ersten Feierlichkeiten an. Der Karneval endet dort dann allerdings erst im Juli.

Menschen feiern beim Karneval in der Karibik in bunten Kostümen auf der Straße.
Feiernde Menschen beim Karneval in der Karibik

Natürlich feiern die Bewohner dort nicht mehr als sechs Monate durchgehend am Stück. Es gibt stattdessen immer wieder kleine und größere Feierlichkeiten, bis dann die großen Höhepunkte erreicht werden. Für Menschen, die das bunte Treiben also lange und intensiv genießen wollen, sind die Karibikinseln genau richtig. Dort herrschen außerdem angenehm tropische Temperaturen, also kein Vergleich zu Deutschland, wo es zur Faschingszeit oft noch schneit. So lässt sich die ausgelassene Stimmung dann erst richtig genießen.

Tipp: Plane bewusst Erholungstage zwischen den Festen ein – Hitze, Musik und lange Nächte sind intensiver als man denkt, und mit gut getakteten Pausen bleibt das Erlebnis genussvoll statt anstrengend.
Karibischer Flair mit Sonnenuntergang, blauem Meer und Sonne, der zur Erholung einlädt.
Karibischer Flair mit Sonnenuntergängen und strahlend blauem Meer, das zur Erholung einlädt

Ein Blick auf die Geschichte des Karnevals

Teilnehmer des Karnevals in der Karibik tanzen bei farbenfrohen Umzügen.
Karneval auf den karibischen Inseln

Den Ursprung des Karnevalsbeginns in der Weihnachtszeit rührt von der Kolonialzeit her. Die afrikanischen Sklaven hat das Weihnachtsfest zwar eher weniger interessiert, jedoch haben sie dann meist ihre einzigen freien Tage im Jahr bekommen. Diese wurden groß, bunt und laut gefeiert und somit beginnen zum Teil auch heute noch die ersten Feierlichkeiten in dieser ungewöhnlichen Jahreszeit. Die zunehmende Christianisierung sorgte dafür, dass im Laufe der Zeit Karneval immer mehr als Fest vor der österlichen Fastenzeit gesehen wurde.

Auf manchen Inseln wird die Hauptkarnevalszeit auch einfach in einen anderen Monat verlegt, damit sie nicht mit der von Trinidad & Tobago zusammenfällt, denn dort findet jährlich angeblich der beste Karneval der Karibikinseln und vielleicht sogar der beste der Welt statt.

Tipp: Besuche den Panorama-Steelband-Wettbewerb vor dem Trinidad-Karneval, denn er ist seit 1963 der wichtigste Musik-Wettbewerb der Steelbands (Quelle: nalis.gov.tt/) im Rahmen der Karnevalszeit und zeigt bereits vor den großen Straßenumzügen die musikalische Exzellenz der lokalen Bands.

Fröhliche Karnevalsvielfalt auf Kuba

Wenn auf Kuba Karneval gefeiert wird, tobt die Menschenmenge und tanzt zu heißen Rhythmen. Überall sind Leute in bunten und aufwändig gestalteten Kostümen unterwegs, laute Musik wird gespielt und die Straßen sind voll mit Partyzonen. Auch Open-Air-Restaurants und bunte Shows, die auf den aufgebauten Bühnen stattfinden, sind oftmals zu finden. Auf Kuba gibt es dabei viele Möglichkeiten, das bunte Treiben auf unterschiedliche Art und Weisen zu erleben.

Karneval in Santiago de Cuba ((c) Cubanisches Fremdenverkehrsamt)
Karneval in Santiago de Cuba ((c) Cubanisches Fremdenverkehrsamt)

Karneval wird auf der Karibikinsel vom 21. bis zum 27. Juli gefeiert, jedoch gehen die ersten Feierlichkeiten schon sehr viel früher los. Bereits um die Weihnachtszeit im Dezember herum ziehen die ersten Verkleideten durch die Straße und fiebern dem großen Höhepunkt im Sommer entgegen. Ursprünglich fand der eigentliche  Fasching in der Kolonialzeit schon im Februar statt, er wurde wegen der dort stattfindenden Zuckerrohrernte dann aber auf den Juli verschoben.

Tipp: Früh dabei sein lohnt sich: Besuche die Fiesta de Caribe zwei Wochen vor dem eigentlichen Karneval, um die Feier noch relativ ursprünglich und authentisch mitzuerleben, bevor die großen Touristenmengen eintreffen.

Karneval in Kuba: jetzt geht`s los!

Wenn die Jahreszeit dann endlich erreicht ist, fangen die Feiern aber richtig an. Noch vor dem eigentlichen Karneval findet das so genannte „Fiesta de Caribe“ ungefähr zwei Wochen vorher statt. Schon hier ziehen die Menschen bereits in schillernden Kostümen durch die Straßen, es wird gefeiert und bis in die frühen Morgenstunden getanzt. Dieses Event zieht schon eine große Anzahl von Urlaubern und Touristen an, die bei dem Straßenfest eifrig mittanzen und die ausgelassene Stimmung genießen.

Tipp: Lokale Viertel erkunden: Statt nur den Hauptstraßen zu folgen, geh in kleinere Nachbarschaften – dort ziehen Einheimische in improvisierten, oft selbstgemachten Kostümen durch die Straßen, und du bekommst ein intensiveres, farbenfrohes und weniger touristisches Erlebnis.

Bei den eigentlichen Faschingsfeiern danach ist die Stimmung nicht weniger bunt, laut und fröhlich. Die Feiern beginnen meist erst in den späten Abendstunden, wenn die unerträgliche Hitze vorbei ist; kalt ist es dann jedoch trotzdem nicht. In Havanna wird dabei die bekannte Malecon Uferstraße gesperrt, um darauf eine Woche lang ausgelassen zu feiern. Jedoch ist man hier falsch, wenn man den „richtigen“ Karneval erleben will. Der findet nämlich nicht in der Hauptstadt, sondern in Santiago de Cuba statt.

Die ursprünglichere Art des Karnevals in Santiago de Cuba

Hier findet man im Stadtviertel Sueño eine große Partyzone mit Bühnen, Ständen, Musikanten und verkleideten Feierwütigen. Neben den einstudierten Shows sind die großen Karnevalsumzüge jeden Abend das eigentliche Highlight.

Hierbei ziehen in Begleitung von Musikerheerscharen die unterschiedlich verkleideten Gruppen durch die Straßen. Mit dabei sind die Umzugswägen, auf denen leicht bekleidete Frauen in ihren aufwendigen Kostümen tanzen. In der Menge findet sich außerdem eine Vielzahl von Tänzern, die typische Tänze wie Salsa, Samba und Rumba tanzen.

Fröhliche Menschen, die Samba und Salsa auf der Straße tanzen.
Klänge von Salsa, Samba und Rumba laden in Santiago de Cuba zum Tanzen ein

Wer eine ursprünglichere Art des Karnevals erleben will, kann dies auch in Santiago de Cuba tun. Hierfür muss man sich jedoch vom Stadtviertel Sueño verabschieden und die Stadtteile Trocha und Los Olmos aufsuchen. Dort herrscht ein ganz eigener Charme, denn es gibt keine laute Musik aus Boxen, Umzugswägen oder einstudierte Tänze. Vielmehr schließen sich die Menschen zu einer großen Gruppe zusammen und bewegen sich gemeinsam rhythmisch durch die Straßen.

Begleitet wird der Menschenzug von afrokubanischer Musik, die durch Trommeln, Rasseln, Glocken und Schlaghölzer erzeugt wird. Auch für Touristen ist dieses ausgelassene Straßenfest ein echtes Erlebnis, man sollte jedoch keinen Schmuck oder Geld in das Gedränge mitnehmen, damit der Spaß am Ende nicht durch abhanden gekommene Wertgegenstände getrübt wird.

Tipp: Lass Wertgegenstände, Schmuck und große Taschen lieber im Hotel, damit du unbeschwert mittanzen kannst und nutze am besten bequeme Schuhe, um die Straßen länger genießen zu können.

Feiere mit auf unseren individuellen Kubareisen!

Die größte Party des Jahres – Karneval auf Guadeloupe

Die Karibikinsel Guadeloupe gehört zwar zur Europäischen Union und stellt ein Überseedepartment Frankreichs dar, trotzdem sollte man deswegen nicht annehmen, der Karneval sei mit dem aus unserer Region vergleichbar. Das jährliche bunte Treiben gehört zu den größten und wichtigsten Feierlichkeiten der Insel und wird somit ausgiebig zelebriert.

Karneval auf Guadeloupe mit wunderschönen Landschaften und fröhlichen Menschen
Karneval auf Guadeloupe mit wunderschönen Landschaften und fröhlichen Menschen

Bereits am ersten Sonntag im Januar geht es los und dann wird bis zum Aschermittwoch gefeiert. Am Anfang des Jahres kann man schon die ersten Gruppen beobachten, wie sie ihre Auftritte proben, Kostüme fertigstellen oder noch Geld sammeln, um die aufwändigen Verkleidungen zu vervollständigen. Auch wie auf anderen Inseln wurde der Karneval von Siedlern im 17. Jahrhundert eingeführt und entwickelte sich seitdem mit eigenen Einflüssen und Bräuchen weiter zu dem, was er heute ist. Den größten Feiern können in Pointe-à-Pitre und Basse-Terre beigewohnt werden, jedoch wird in jeder noch so kleinen Stadt gefeiert, sodass man auch jenseits der großen Städte den Fasching erleben kann.

Kostüm- und Tanzwettbewerbe

Wie im Fasching üblich, wird auch hier bei angenehm warmen Temperaturen in bunten Kostümen gefeiert. Neben den Vorstellungen gibt es jedoch noch viel mehr zu beobachten und zu erleben.

So finden Kostüm- und Tanzwettbewerbe, die Wahl einer „Königin“, Paraden zu Fuß und mit Festwagen und weitere Attraktionen statt. Am Faschingsdienstag ist es zum Beispiel üblich, am Morgen im Schlafanzug durch die Straßen zu ziehen. Dieser Tag ist zudem der Höhepunkt der jährlichen Karnevalsfeiern.

Der Höhepunkt der jährlichen Karnevalsfeiern "Grand Vidé"
Der Höhepunkt der jährlichen Karnevalsfeiern “Grand Vidé”

Der Aschermittwoch, der Grand Vidé, markiert wie bei uns das Ende der Feierlichkeiten. Untertags verkleiden sich die Menschen als schwarze und weiße Teufel. Doch das eigentliche Highlight findet erst später statt. Eine Puppe aus Stoff und Papier, der „Roi Vaval“, wird öffentlich verbrannt.

Diese riesige Figur symbolisiert dabei den Geist des Karnevals und erscheint somit jedes Jahr wieder neu, um dann erneut verbrannt zu werden. Diese letzte Aktion ist jedoch keinesfalls eine ernste Angelegenheit, sondern wird von viel Jubel und anschließenden Tanzveranstaltung begleitet.

Natürlich spielt auch die Musik eine bedeutende Rolle. So sind auf den Straßen bei den Umzügen vor allem Trommeln, Blasinstrumente aus Blech und Pfeifen zu hören. Einige der hier entstandenen Bands sind sogar bis in Europa bekannt. In diesem Video können Sie nicht nur tolle Einblicke in die Musik, sondern auch in einen Karnevalsumzug am Mardi Gras, dem Tag der großen Paraden, sammeln. Es spiegelt sehr gut die bunte Vielfalt und Fröhlichkeit des Faschings in Guadeloupe wieder und macht Lust, ihn einmal persönlich zu erleben.

Buntes Treiben in der Dominikanischen Republik

Der Karneval startet hier um den 27. Februar herum, dem Tag der Unabhängigkeit 1844, und hat sich deswegen als Feierlichkeit im Februar etabliert. Doch auch wenn man die Dominikanische Republik schon vorher oder danach besucht, kann man karibisches Karnevalsflair erleben. Kleinere Veranstaltungen beginnen oft schon vorher und auch im März finden noch viele Umzüge und Paraden statt.

Bunt kostümierte Tänzerinnen im Kostüm Santo Domingo
Tänzerinnen im Kostüm Santo Domingo (© Tourist Board Dominikanische Republik; www.GoDominicanRepublic.com/de)

Die größten Feiern sind dabei vor allem in Städten wie Santo Domingo,  La Vega, Bonao, Punta Cana, Puerto Plata oder Santiago zu finden, jedoch gibt es auch hier wieder viele kleine Städte, die ihre ganz eigenen Veranstaltungen organisieren und überall kann man deswegen den etwas anderen Fasching genießen.

Tipp: Besuche gezielt auch eine kleinere Stadt zwischen den Hauptterminen, denn dort ist die Stimmung oft familiärer, näher am Geschehen und weniger überlaufen.
Bei karibischen Klängen feiern Menschen auf der Straße.
Bei karibischen Flair Feiern und Tanzen auf den Straßen von Santo Domingo

Der Karneval auf der Insel ist durch die verschiedenen europäischen und afrikanischen Einflüsse sehr vielseitig und unterschiedlich geworden. So finden sich hier auf der größten Party des Jahres die unterschiedlichsten Kulturen wieder. Das wird vor allem bei der Musik deutlich. Denn diese ist eine wilde Mischung aus Salsa und Bachata, Merengue und Hip-Hop, sowie Reggae und Technomusik, die mit hämmernden Beats die Feiernden zum Tanzen und Feiern antreiben.

Buntes Treiben in La Vega und Rio San Juan

Menschen beim Karneval in der Dominikanischen Republik verkleidet als Diabolos Cojuelos.
Feiernde Menschen verkleidet als „Diabolos Cojuelos“

Vor allem La Vega verwandelt sich in dieser Zeit zum Zentrum des bunten Treibens. Hier findet der „Carnaval Vegano“ statt und Massen von Leuten kommen auf die Straßen, um die „Diabolos Cojuelos“, die hinkenden Teufel, zu bestaunen.

Tipp: „Vegan Carnaval“ (spanisch Carnaval Vegano), hat seinen Namen von der Stadt La Vega und nichts mit Menschen zu tun, die sich vegan ernähren.

Diese mit Federn, Glocken, Perlen und allerlei anderen Dingen geschmückten Teufelkostüme sind das Highlight der Paraden. Die Legende dahinter besagt, dass der Teufel vom Dunkelheitsdämon verbannt und auf die Erde geschmissen wurde. Als er dort aufkam, verletzte er sich den Fuß und muss seitdem hinkend sein Leben auf der Erde verbringen. Seinen Unmut äußert er auch heute noch, indem mit einem harten Gummiballon auf das Gesäß und die Oberschenkel der Umstehenden „schlägt“.

Tipp: Die Teufelsfiguren schlagen traditionell mit aufgeblasenen Gummiballons nach Zuschauern, was Teil des Spektakels ist – wer mittendrin steht, wird fast garantiert „erwischt“.

Im Norden der Insel, in Rio San Juan, verschmilzt  die Karnevalszeit mit einem Merengue-Festival, welches infolgedessen „Carnaverengue“ genannt wird. Aber auch in den weiteren Städten sind die Feiern nicht weniger beeindruckend. Dort finden sich die unterschiedlichsten Figuren, bei denen von Stier– bis hin zu ungewöhnlichen Vogelfiguren alles mit dabei ist. Auch hier finden Paraden, Wettbewerbe, Bühnenshows und Bandauftritte statt, die von der Vielfältigkeit des karibischen Faschings überzeugen.

Tipp: Wenn du mittanzen möchtest, lohnt es sich, vorab ein paar Merengue-Grundschritte zu lernen. Einheimische reagieren darauf meist begeistert und integrieren dich schneller ins Geschehen.
Ausgelassene Partygäste auf dem Merengue-Festival
Ausgelassene Partygäste auf dem Merengue-Festival

Crop Over auf Barbados – Eine Mischung aus Karneval und Erntedank

Wenn man sich den Karneval auf der kleinen Antilleninsel Barbados anschaut, könnte man fast meinen, dass hier der klassische Karneval gefeiert wird. Der heimische Fasching heißt hier jedoch „Crop Over“ und stellte zuallererst, wie der Name schon andeutet, ein Art Erntedankfest dar.

Tanzende Frauen Barbados
Straßen Performance(©VisitBarbados.org)

Das Fest entstand schon in der Kolonialzeit um 1688 herum und wurde damals nach erfolgreich beendeter Zuckerrohrernte auf den Plantagen gefeiert. Es wurde getanzt, gesungen, gegessen und Musik gemacht. Auch Trinkwettbewerbe und das Emporklettern an einer eingefetteten Stange gehörten zu den Feiern mit dazu.

Über die Jahre hinweg entwickelte sich das traditionelle Crop Over zum Karneval und wird seitdem jedes Jahr im Juli und August gefeiert. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges nahm der Export von Zuckerrohr ab und so wurde das jährliche Fest schließlich abgesetzt. Erst später im Jahr 1974 wurde es wieder zum Leben erweckt und ist seitdem nicht mehr wegzudenken.

Tipp: Der Beginn der Karnevalszeit bietet oft noch kleine, traditionelle Paraden und Wettbewerbe, bei denen man die Geschichte des Festivals und die Kultur Barbados’ besonders intensiv spüren kann.

Ablauf vom Karneval auf Barabdos

Das bunte Treiben auf Barbados ist ein richtiges Highlight und somit trifft man hier nicht nur die Bewohner Barbados, sondern auch Menschen von anderen Inseln, Touristen und sogar auf die eine oder andere berühmte Persönlichkeit. Los geht es mit der feierlichen Übergabe der „letzten“ Zuckerrohrernte und mit der Krönung der Königin und des Königs. Dieser Titel steht jedes Jahr denjenigen zu, die am meisten Zuckerrohr geerntet haben.

Karneval in der Karibik - ein besonderes Erlebnis.
Karneval in der Karibik – ein besonderes Erlebnis

Die weitere Karnevalszeit ist geprägt von Paraden, Musik, bunten Kostümen, gutem Essen und weiteren faschingstypischen Attraktionen. Es wird dabei aber auch auf die Geschichte und Kultur wert gelegt, so gibt es Folklore-Konzerte und Fotoausstellungen und auch das gebotene Essen ist sehr vielfältig. Das Angebot reicht von gegrillten fliegenden Fischen über Pepperpot, eine Art Eintopf mit Fleisch und vielen Gewürzen, bis hin zu Fladenbrot.

Gegrillter Fliegenfisch, Fladenbrot und Pepperpot
Gegrillter Fliegenfisch, Fladenbrot und Pepperpot (Eintopf mit Fleisch und Gewürzen)

Musikstil und tänzerische Begleitung der Karnevalsumzüge

Calypso, ein afro-karibischer Tanz- und Musikstil, begleitet dabei durchgehend die Crop Over-Feiern. Er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und geht bis auf die Zeit der afrikanischen Sklaven zurück. Er vermischte sich später mit den verschiedenen Musikstilen der Kolonialmächte und stellt heute ein wichtiges Kulturgut von Trinidad & Tobago und den kleinen Antillen dar, wozu auch die Insel Barbados gehört.

Als die Franzosen dann den Karneval auf die Inseln brachten, wurden zu dieser Zeit Calypsowettbewerbe abgehalten und diese gibt es zur heutigen Karnevalszeit immer noch. Sie stellen dabei einen wichtigen Bestandteil der Feierlichkeiten auf Barbados dar.

Tipp: Achte auf die Liedtexte – viele Songs greifen aktuelle politische oder soziale Themen auf und geben dir einen authentischen Einblick in die Stimmung der Insel.

Der Grand Kadooment Day

Das Ende des bunten Treibens markiert der erste Montag im August, an dem auch der absolute Höhepunkt des Crop Overs stattfindet, der „Grand Kadooment Day“.

An diesem Tag geht es morgens in einem großen Stadion los; hier treten auffällige kostümierte Bands mit einer riesigen Anzahl von Tänzern auf und sorgen für eine großartige Stimmung. Außerdem werden die besten Designer des Jahres gekürt.

Auch die Kinder werden dabei nicht ausgelassen, denn nicht nur die Erwachsenen können in ihren Kostümen vor der Jury auftreten. Vom Stadion wird die Party dann zum „Spring Garden Highway“ samt Bands und Festwägen verlagert, wo es dann mit Essen, Tanz und Musik weitergeht und das Ende der “größten Party des Jahres” gebührend gefeiert wird.

Tipp: Wenn du fotografieren möchtest, ist das Stadion ideal für detailreiche Kostümbilder – auf dem Highway hingegen bekommst du die emotionale, mitreißende Stimmung der „größten Party des Jahres“.
Umzug auf dem Spring Garden Highway
Der Höhepunkt des Jahres beim Umzug auf dem Spring Garden Highway

FAQ – Antworten zum Karneval in der Karibik

  1. Wann beginnt der Karneval auf den Karibikinseln?

    Auf vielen Inseln beginnt der Karneval teils bereits zur Weihnachtszeit im Dezember und kann bis in den Sommer hinein gefeiert werden.

  2. Wie unterscheidet sich der karibische Karneval vom europäischen Fasching?

    In der Karibik zeichnet sich der Karneval durch tropische Temperaturen, laute Musik, bunte Kostüme und lebhafte Paraden aus, die auch mit großen Festen wie in Rio mithalten können.

  3. Welche Musikstile begleiten den Karneval in der Karibik?

    Die Musik reicht von Salsa und Merengue über Bachata bis hin zu Reggae und Technomusik, die die Feiernden zum Tanzen bringen.

  4. Was ist der Karneval auf Barbados?

    Der Karneval auf Barbados heißt Crop Over und ist ein traditionelles Fest, das ursprünglich das Ende der Zuckerrohrernte feierte und heute als farbenprächtiger Karneval im Juli und August zelebriert wird.

  5. Wann beginnen die Karnevalsfeiern in der Dominikanischen Republik?

    In der Dominikanischen Republik beginnen die Karnevalsfeiern etwa um den 27. Februar, dem Unabhängigkeitstag, und ziehen sich in verschiedenen Städten über viele Tage.

Hast du Lust, den Karneval in der Karibik zu erleben?

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Eine Antwort auf „Bunt, laut, unvergesslich: Karneval in der Karibik“

Hey Andrea,
danke für diesen ausführlichen Bericht. Ich komme aus einem kleinen Dorf in Niedersachsen, dass auch jedes Jahr Karneval feiert und bin ein großer Fan. Nächstes Jahr möchte ich mit ein paar Freundinnen Kuba besuchen und da dürfen wir die Karnevalszeit natürlich nicht verpassen. Wir werden dann wohl auf jeden Fall nach Santiago de Cuba müssen.

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