Last Updated on 16. Dezember 2025 by Südamerika Reiseportal
Während bei uns Anfang November dunkle Tage und Gedenken im Vordergrund stehen, leuchtet Mexiko in all seinen Farben. Der Día de los Muertos – der „Tag der Toten“ – ist eines der bedeutendsten Feste Lateinamerikas. Doch anstatt Trauer steht das Feiern des Lebens im Mittelpunkt.
Für alle, die Kultur lieben und in das Leben in Mexiko eintauchen wollen, ist dieses Fest ein eindrucksvolles Reiseerlebnis – weit mehr als ein folkloristisches Spektakel. Hier verbinden sich Jahrhunderte alte Rituale mit moderner Lebensfreude.
Was ist der Día de los Muertos?
Der Día de los Muertos ist ein Fest mit tiefen indigenen Wurzeln, das durch den Einfluss des Christentums zu einem einzigartigen kulturellen Ereignis wurde. Doch der Tod bedeutet in Mexiko nicht das Ende, sondern einen neuen Abschnitt. Man glaubt, dass die Verstorbenen einmal im Jahr zurückkehren, um Zeit mit den Lebenden zu verbringen – und genau darauf bereitet man sich vor.
Für die indigenen Völker in Mexiko war der Tod schon immer nur ein Durchgang zu einem neuen Leben. Daher wurden den Verstorbenen viele persönliche Gegenstände – manchmal auch ihre Haustiere – mitgegeben. Außerdem glaubten schon die Azteken, dass die Toten an einem Tag im Jahr zu Besuch zu den Lebenden kommen, was mit einem fröhlichen Fest gefeiert wurde.

Es wird am 1. und 2. November gefeiert – am ersten Tag erinnern viele Familien an verstorbene Kinder, am zweiten Tag an Erwachsene. Durch die Vermischung mit den christlichen Einflüssen, wird dieses Fest nun an den christlichen Feiertagen Allerseelen und Allerheiligen gefeiert.
El Día de los Muertos wurde 2003 in die UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen. Leider wird es immer mehr von den Halloween-Bräuchen verdrängt, obwohl es einen völlig anderen Ansatz hat. Es ist ein farbenprächtiges Volksfest, der Tod wird nicht gefürchtet, sondern als Teil des Lebens akzeptiert, und die Seelen der Toten freudig empfangen.
Wie wird gefeiert?
Vorbereitungen zum Día de los Muertos
Die Vorbereitungen für das Fest beginnen schon Mitte Oktober. Skelette, Schädel und andere Todessymbole stehen in den unterschiedlichsten Ausführungen in den Schaufenstern, und werden von Konditoreien aus Zucker und Schokolade geformt. Auch wichtig ist das Pan de Muerto (Totenbrot), ein süßes Brot mit Anis. Das Brot wird mit Teigstreifen, die Knochen darstellen sollen, und an der Spitze mit einer kleinen Teigkugel, die Tränen symbolisiert, geschmückt. Die Brote werden auf die Altäre gelegt und mit zu den Gräbern auf dem Friedhof genommen.
Ofrendas – Altäre der Liebe
Im Zentrum stehen liebevoll gestaltete Altäre, die „ofrendas“ genannt werden. Mit Fotos, Kerzen, Lieblingsspeisen, Getränken, bunten Totenschädeln aus Zucker („calaveras“) und der typischen orangefarbenen Ringelblume „cempasúchil“ heißen Familien ihre Verstorbenen willkommen.

Friedhof wird zur Begegnungsstätte
In der Nacht auf den 2. November werden die Friedhöfe hell erleuchtet, mit Musik erfüllt und voller Leben. Familien verbringen hier die Nacht, erinnern sich, erzählen Geschichten, singen oder essen gemeinsam. Der Tod wird nicht ausgesperrt – er gehört dazu.
Paraden & Farbenmeer
In Städten wie Oaxaca, Pátzcuaro oder Mexiko-Stadt gibt es große Umzüge, bei denen aufwendig geschminkte „Catrinas“ (Skelett-Damen mit Hüten und Kleidern) durch die Straßen ziehen. Musik, Tanz und bunte Dekorationen machen das Fest zu einem der farbenprächtigsten der Welt.

Día de los Muertos vs. Halloween – was ist der Unterschied?
Obwohl beide Feste zeitlich nah beieinanderliegen, unterscheiden sie sich grundlegend:
| Halloween | Día de los Muertos |
|---|---|
| Ursprung: Keltisch, später kommerzialisiert | Ursprung: Indigene Kulturen + katholische Einflüsse |
| Fokus: Grusel, Verkleidung, Süßigkeiten | Fokus: Erinnerung, Familie, Freude |
| Stimmung: Dunkel, schaurig | Stimmung: Farbenfroh, lebensbejahend |
| Symbolik: Kürbisse, Geister, Hexen | Symbolik: Blumen, Schädel, Kerzen, Altäre |
Unsere Reise-Empfehlungen zum Día de los Muertos
Wenn Du den Día de los Muertos live erleben möchtest, sind besonders geeignet:
Oaxaca
Ein Zentrum der Feierlichkeiten, bekannt für seine Mischung aus Indigenen- und Kolonialkultur. Hier findest Du viele kunstvolle Ofrendas, stimmungsvolle Umzüge und traditionelle Musik.

Pátzcuaro (Bundesstaat Michoacán)
Am gleichnamigen See gelegen, ist dieser Ort berühmt für seine nächtlichen Friedhofsrituale – besonders auf der Insel Janitzio. Ein mystisches Erlebnis.
Mexiko-Stadt
In der Hauptstadt finden große Paraden und kulturelle Veranstaltungen statt – ideal, wenn Du das Fest in einem urbaneren Rahmen erleben möchtest. Die berühmte Parade auf dem Paseo de la Reforma ist ein Höhepunkt.

San Andrés Mixquic
Ein besonders eindrucksvoller Ort für den Día de los Muertos ist San Andrés Mixquic, ein Stadtteil im Südosten von Mexiko-Stadt. Hier ist die Verbindung von Alltag und uralter Tradition noch intensiv spürbar: Am 2. November leuchten tausende Kerzen auf dem Friedhof rund um die Kirche San Andrés, während Familien stundenlang an den Gräbern verweilen, essen, beten und Geschichten teilen. Besonders bewegend ist das Ritual „La Alumbrada“, bei dem der ganze Friedhof von tausenden Kerzen in ein Lichtermeer verwandelt wird.
Wann buchen?
Da dieses Fest in ganz Mexiko beliebt ist, solltest Du frühzeitig planen. Viele Unterkünfte und Flüge sind schon Monate im Voraus ausgebucht. Am besten kombinierst Du den Día de los Muertos mit einer individuellen Rundreise durch Mexiko – wir beraten Dich gerne dazu.
Filmtipp zum Día de los Muertos
“Coco – Lebendiger als das Leben!“, ein Film von Disney und Pixar, entführt seine Zuschauer in ein farbenfrohes Mexikos und lässt sie ein magisches Abenteuer in der Welt der Toten erleben.
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