Last Updated on 23. Februar 2026 by Südamerika Reiseportal
Karneval in Rio de Janeiro – das ist DER Karneval schlechthin und weltberühmt. Allerdings gibt es im ganzen Teil der Region viele andere ebenso leidenschaftliche, farbenfrohe und traditionsreiche Faschingsfeste. Wir nehmen dich mit auf einen kleinen Rundgang durch die Welt des Karnevals in Südamerika und der Karibik.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Karneval in Südamerika und der Karibik vereint afrikanische, indigene und europäische Einflüsse zu einer einzigartigen kulturellen Mischung.
- Viele Feste haben ihren Ursprung in der Kolonialzeit und verbinden religiöse Traditionen mit ausgelassener Straßenkultur.
- Besonders prägend sind Musikstile wie Calypso, Soca, Candombe oder Samba, die den Rhythmus der jeweiligen Regionen widerspiegeln.
- Die einzelnen Länder haben verschiedene Formen des Feierns entwickelt.
Karneval in der Karibik

Beim Karneval in der Karibik sorgen Musikgruppen mit Calypso-, Tumba– und Road March-Songs für Stimmung und schöne Frauen zeigen voller Stolz ihren aufwendigen Kopf- und Körperschmuck. Außerdem konkurrieren prächtige Wagen um den ersten Preis und Faschingsfreunde schwingen die Hüften. Anders als allgemein angenommen, ist der karibische Fasching an keine bestimmte Jahreszeit gebunden.
Tipp: Die Proben und Vorentscheidungen der Musikgruppen (Calypso-, Tumba- oder Road-March-Wettbewerbe) geben dir einen direkten Einblick in die musikalische Seele des karibischen Karnevals.
Der Ursprung des Karnevals in der Karibik
Dass auf den Bahamas, in St. Kitts und auf Montserrat in der Zeit von Weihnachten bis Neujahr ausgelassen auf den Straßen gefeiert wird, ist in der Zeit der Sklaverei begründet: Damals waren die christlichen Festtage für die afrikanischen Sklaven die einzigen freien Tage im ganzen Jahr – Grund genug, um zu tanzen, zu singen, lautstark zu feiern und ein bisschen in Erinnerungen an die alte Heimat zu schwelgen. Mancherorts sind die Fastnachtsfeiern noch heute als Andenken an diese Ursprünge zu sehen.
Tipp: Traditionelle Lieder, Tänze und Erzählungen, die den Ursprung der Feiern aus der Zeit der Sklaverei besonders greifbar machen, erlebt man bei kleinen, lokal organisierten Straßenfeiern.

Auf den Bahamas beginnt die fünfte Jahreszeit bereits zu Weihnachten und erreicht ihren Höhepunkt am Neujahrstag. Auch in den Kneipen und auf den Straßen Montserrats erklingen um Weihnachten eher Jazz-, Reggae-, und Calypso-Songs als besinnliche Flöten- und Orgelmusik, die man aus unseren Breiten kennt. Anderswo war die Christianisierung dominanter: Dort wird Karneval heute vor allem als Fest vor der entbehrungsreichen Fastenzeit gesehen.
Karneval in Trinidad und Tobago
Aus Marketing-Gründen und um Überschneidungen mit Trinidad zu vermeiden, haben manche Inseln ihren Karneval zeitlich verschoben. Trinidad ist nämlich die Karnevalshochburg der Karibik. Für die stolzen Trinibagonians ist ihr Karneval, auch genannt „Jump-Up“, „The Greatest Show On Earth“.
Richtig rund geht es hauptsächlich an Rosenmontag und Faschingsdienstag. Auf den Straßen der Inseln sind „Jab Jabs“ (Teufel), „Burrokeets“ (Esel), „Midnight Robbers“ (Gauner) und „Moko Jumbies“ (Riesen auf Stelzen) unterwegs. Der Ursprung dieser Figuren reicht bis in die Kolonialzeit zurück, als sich die unteren Bevölkerungsschichten verkleideten und so die Oberen verspotteten.
Tipp: Wenn du die Bedeutung der Figuren verstehen willst, besuche vorab ein lokales Museum oder eine Masquerade-Werkstatt – dort erschließt sich der satirische und gesellschaftskritische Ursprung des „Greatest Show On Earth“ deutlich tiefer als beim reinen Zuschauen.
Beim „Jump-Up“ bewegen sich die uniform kostümierten Mitglieder einer Band zu Calypso und Soca-Musik tanzend durch die Straßen. Eine der bedeutendsten Ehrungen im Karneval auf Trinidad ist die Auszeichnung als „Calypso King“. Das „Jumping“ in einer Karnevalsband ist für viele arme Inselbewohner ein teurer Spaß, auf den sie ein ganzes Jahr sparen.

Tipp: Schließe dich einer kleineren oder traditionellen Band an. Sie erlauben teilweise Tagespässe oder kurzfristige Teilnahmen. Mit deinem Beitrag unterstützt du damit lokale Gemeinschaften, für die das „Jumping“ ein ganzjähriges Herzensprojekt ist.
An die Sklavenarbeit des 18. Jahrhunderts auf Barbados erinnert das „Crop Over Festival“, eine Mischung aus Zuckerrohr-Erntedankfest und Karneval, im Juli. Fünf Wochen lang bedanken sich die Insulaner dann für die eingefahrene Zuckerrohr-Ernte.
Wenn du mehr erfahren möchtest, schau dich gerne hier um: Karneval in der Karibik.
Verpasse auch nicht unsere individuell für dich geplante Reise in die Karibik.
Lass uns nun einen Blick aufs Festland werfen.
Karneval in Brasilien
Der Ursprung des Karnevals in Brasilien
Der brasilianische Karneval hat seine Wurzeln vermutlich im 17. Jahrhundert, als portugiesische Einflüsse das Fest als „Entrudo“ ins Land brachten, bei dem ausgelassene Wasserspiele im Mittelpunkt standen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus zunehmend ein bürgerlich geprägtes Gesellschaftsereignis mit organisierten Bällen und Karnevalsgesellschaften, während 1928 in Rio de Janeiro die erste Sambaschule gegründet wurde. Im Laufe des 20. Jahrhunderts gewann besonders im Nordosten Brasiliens der afrobrasilianische Straßenkarneval an Bedeutung, während in Rio sowohl der traditionelle Salonkarneval als auch die Wettbewerbe der Sambaschulen prägend blieben. Bis heute spiegelt der Karneval diese Mischung aus Volksfest, gesellschaftlichem Ereignis und kulturellem Ausdruck wider (Quelle: brasilien.de).
Der Karneval in Rio de Janeiro gilt als eines der spektakulärsten Feste der Welt und zieht jedes Jahr Millionen Besucher aus dem In- und Ausland an. Rund sieben Millionen Menschen werden erwartet, darunter etwa 1,5 Millionen internationale Gäste.

Der offizielle Karneval beginnt am Freitag vor Aschermittwoch und dauert bis zum Aschermittwoch, doch schon vorher finden zahlreiche Straßenfeiern statt.
Im Mittelpunkt stehen die Paraden im Sambódromo, einer eigens errichteten Tribünenstraße, in der die Sambaschulen im Wettbewerb gegeneinander antreten.
Die Spitzenliga, die „Grupo Especial“, präsentiert ihre Shows sonntags und montags, während Erste und Zweite Liga samstags auftreten und die Dritte Liga meist auf der Avenida Rio Branco paradiert.
Tipp: Wer nicht nur die „Grupo Especial“, sondern auch die Auftritte der unteren Ligen besucht, erhält häufig bessere Sitzplätze zu moderateren Preisen und erlebt dennoch beeindruckende Choreografien – oft mit überraschend kreativen Themen.
Neben den offiziellen Paraden spielt sich das eigentliche Spektakel auch auf den Straßen der Stadt ab, wo der kostenlose Straßenkarneval mit hunderten Blocos (Straßenumzüge) in allen Stadtteilen gefeiert wird. Viele dieser Umzüge beginnen bereits am Vormittag und sorgen für ausgelassene Stimmung. Die Sambaschulen sind häufig eng mit sozialen Projekten in den Favelas (gewachsene, oft sozial benachteiligte, aber kulturell sehr lebendige Stadtteile) verbunden und beginnen ihre monatelangen Vorbereitungen lange vor dem eigentlichen Fest.
Tipp: Wenn du die soziale Bedeutung des Karnevals verstehen willst, informiere dich vorab über die Geschichte der jeweiligen Sambaschule und ihres Viertels.
Jedes Jahr wählen sie ein neues Thema, das in Choreografie, Musik und Kostümen umgesetzt wird und von einer Jury bewertet wird. Nach dem Karneval beginnen unmittelbar die Planungen für das nächste Jahr. Während der Festtage verwandelt sich ganz Rio in eine riesige Bühne voller Musik, Tanz und Lebensfreude.
Mehr über den Karneval in Brasilien erfährst du im Artikel Karneval in Rio de Janeiro.
Und falls du jetzt Lust bekommen hast, den Karneval live zu erleben, dann schau dir gerne hier eine individuell geplante Reise zum Karneval nach Rio de Janeiro an.
Karneval in Kolumbien

Der Karneval von Baranquilla ist das bedeutendste Fest Kolumbiens und wird an vier Tagen gefeiert.
Am ersten Tag wird das Fest mit der „Batalla de las Flores” (Blumenschlacht) feierlich eröffnet.
Der zweite Tag ist einem Umzug mit klassischen Verkleidungen, ganz in der kolumbianischen Tradition, gewidmet. Am nächsten Tag steht die Musik im Vordergrund. Die „Parada de la Fantasía” (Parade der Phantasie) betont die Offenherzigkeit und die Frohnatur des kolumbianischen Volkes.
Am vierten und letzten Tag erscheint „Joselito”, eine Art Maskottchen, das einen symbolischen Tod stirbt und somit das Ende des Karnevals einläutet.

Dabei wird traditionelle kolumbianische Musik mit typischen Instrumenten, die an die afrikanischen, indigenen und europäischen Einflüsse erinnern, gespielt. Zum großen Abschluss werden auf original kolumbianische Rhythmen Tänze wie „la cumbia“, „el porro“, „el mapalé“ und „la puya“ getanzt. 2008 wurde der Karneval von Baranquilla in die Repräsentative Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Tipp: Achte beim Karneval in Barranquilla gezielt auf Musiker und Instrumente, nicht nur auf Tänzer und Wagen. Viele traditionelle Rhythmen leben von kleinen Variationen in Trommeln, Flöten und Gesang.
Mehr über den Karneval in Baranquilla erfährst du in unserem Artikel “Karneval in Kolumbien“.
Schau dir auch gerne die Individualreisen nach Kolumbien an.
Karneval in Peru
Volkslieder, schelmische Lieder, oft mit doppelter Bedeutung, sind typisch für den Karneval in Cajamarca (Peru).
In Chiquián (ebenfalls Peru) beginnt der Fasching eigentlich schon im Januar.

Dann fangen die Jungen an, auf Mädchen auf der Straße, mit Wasserbomben zu werfen. Um nicht zur Zielscheibe zu werden, wagen sich daher die meisten Mädchen in dieser Zeit nur in Begleitung einer älteren Dame auf die Straße.
Tipp: Gerade die doppeldeutigen Gesänge und Wasserspiele sind stark kulturell geprägt – wer sie im lokalen Kontext erlebt, versteht sie als humorvolles Ritual statt als bloßen Streich.
Lass dir von uns gerne ein persönliches Angebot zu einer Reise nach Peru geben und erlebe den Karneval direkt vor Ort.
Karneval in Ecuador
In Ecuador wird im Fasching gerne mit Wasser gespielt. Dort machen sich ganze Nachbarschaften gegenseitig tropfnass.
Der Karneval in Ecuador ist fest im kulturellen Leben des Landes verankert und wird mit ausgelassenen Wasserspielen, Schaum, Mehl, Talkum und natürlichen Farben gefeiert. Typisch sind außerdem gemeinschaftlich gesungene Karnevalslieder, die für ihren Humor und ihre oft doppeldeutigen Texte bekannt sind (Quelle: wikipedia.org).

An der ecuadorianischen Küste wird der Karneval nicht nur mit Wasser, Schaum und Luftballons begangen, sondern auch durch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen ergänzt. In Städten wie Esmeraldas finden Feste statt, die der afroamerikanischen Kultur gewidmet sind und an bekannten Orten wie der Calle 8 oder dem Balneario Las Palmas ausgetragen werden. Die große Beteiligung der Bevölkerung sorgt dafür, dass in vielen Orten abwechslungsreiche Darbietungen mit starkem kulturellem Bezug entstehen (Quelle: wikipedia.org).
Lerne bei einer Individualreise nach Ecuador mehr über den Karneval.
Karneval in Bolivien

„La Diablada de Oruro”, ist der charakteristischste Karneval Boliviens und das bedeutendste Fest des Landes, das von der UNESCO zu einem Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt wurde.
Angeblich stammt er vom „Ball de diables”, einem katalanischen Tanz aus dem 15. Jahrhundert, bei dem sich das Gute und das Böse gegenüberstanden, ab. Auch präkolumbische Traditionen der indigenen Bevölkerung, vor allem der Uros Boliviens, hatten wohl Einfluss auf diesen Karneval, einem Gemeinschaftstanz, bei dem der Teufel und die sieben Todsünden auftauchen. Im bolivianischen Karneval spielt außerdem traditionell das andine Ritual der Aymara der „ch’alla” eine große Rolle. Dabei wird „Pachamama”, Mutter Erde, u. a. mit Alkohol, Blütenblättern, Getreide und Konfetti um Wohlstand für das nächste Jahr gebeten.
Tipp: Achte beim bolivianischen Karneval bewusst auf das ch’alla-Ritual und nimm – wenn möglich – respektvoll daran teil, etwa durch das symbolische Darbringen von Getreide oder Blüten.
Mehr über den Karneval erfährst du im Artikel Karneval in Oruro – Bolivien.
Und wenn du dich schon entschieden hast, Bolivien und seinen Karneval vor Ort kennenzulernen, dann schau dich gerne bei unseren Individualreisen nach Bolivien um.
Karneval in Uruguay

In Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, ist man stolz auf den längsten Karneval der Welt. Bereits Mitte Januar findet der erste Umzug, an dem bunte Wagen, Musikgruppen und Tänzer teilnehmen, statt.
Anschließend wird ganze 40 Tage lang, bis Anfang März, gefeiert. In musikalischer Hinsicht war der Karneval von Montevideo schon immer berühmt für seine „candombes”, ein Rhythmus, der zu Kolonialzeiten mit den afrikanischen Sklaven ins Land kam und sich dort zu einer eigenen Musikrichtung weiterentwickelte. „Candombe“ ist ein gattungsbestimmender Ausdruck für alle schwarzen Tänze, die damals von Afrika an den Rio de la Plata gelangten.
Tipp: Erlebe den Karneval von Montevideo nicht nur bei den großen Umzügen, sondern besuche gezielt eine nächtliche Candombe-Probe in den Vierteln Barrio Sur oder Palermo. Dort entstehen die Rhythmen fernab der Tribünen.

Schau dir auch gerne unsere Individualreisen nach Uruguay an.
Karneval in Argentinien

Der Karneval in Argentinien gilt als eines der bedeutendsten Feste des Landes und erreicht seinen Höhepunkt in Gualeguaychú, wo die Umzüge im eigens errichteten Corsódromo (eine lange, gerade Straße oder Arena mit Tribünen auf beiden Seiten) stattfinden.
Über mehrere Abende hinweg präsentieren die besten Comparsas (organisierte Karnevalsgruppen, die gemeinsam an Umzügen und Wettbewerben teilnehmen) aufwendig inszenierte Tänze, prachtvolle Kostüme und große Festwagen. Besonders attraktiv ist der Karneval, wenn die letzten Veranstaltungen mit dem verlängerten Karnevalswochenende zusammenfallen und die Stadt vollständig im Zeichen des Feierns steht (Quelle: visitargentinia.travel).
Tipp: Buche deine Sitzplätze im Corsódromo nicht für die Finalabende, sondern für einen der mittleren Veranstaltungstage. Die Tribünen sind weniger überfüllt und du erlebst Choreografien, Kostüme und Wagen mit deutlich mehr Übersicht als am großen Abschlusswochenende.
In Buenos Aires gehen vor allem die „murgas“ auf die Straßen. Das sind Gruppen von Straßenmusikern, die satirische Texte, die fast ausschließlich von Trommlern begleitet werden, vortragen und fordern, dass die Faschingsfeiertage, die von der Militärdiktatur (1976-1983) abgeschafft wurden, wieder zu nationalen Feiertagen erklärt werden.
Mehr zum Thema findest du im Artikel Karneval in Argentinien.
Erlebe den Karneval bei einer Individualreise nach Argentinien.
Was zeichnet den Karneval in Südamerika und der Karibik aus?
Er vereint afrikanische, indigene und europäische Traditionen zu lebhaften, farbenfrohen Festen voller Musik und Tanz.
Wann findet der Karneval in der Karibik statt?
Viele karibische Inseln feiern den Karneval unabhängig vom klassischen Termin vor der Fastenzeit, teilweise schon rund um Weihnachten.
Welche Stadt gilt als Karnevalshochburg der Karibik?
Trinidad gilt als wichtigste Karnevalshochburg der Region, wo der „Jump-Up“ mit typischen Figuren und Rhythmen gefeiert wird.
Wie unterscheidet sich der Karneval in Brasilien von anderen Festen?
In Brasilien steht der Karneval von Rio de Janeiro mit seinen Sambódromo-Paraden und zahlreichen Straßenumzügen im Mittelpunkt großer Feierlichkeiten.
Gibt es in Südamerika große Karnevalsfeiern außerhalb von Rio de Janeiro?
Ja, in Ländern wie Bolivien, Ecuador, Uruguay und Argentinien gibt es eigene Karnevalsformen mit traditionellen Tänzen, Ritualen und regionalem Flair.
Welche Rolle spielt Musik beim Karneval in der Karibik?
Musikstile wie Calypso, Soca und andere traditionelle Rhythmen bestimmen das Festgeschehen und bringen die Menschen in Bewegung.
