Last Updated on 12. Februar 2026 by Südamerika Reiseportal
Eine Reise nach Kuba buchen verspricht immer Abenteuer. Es ist wie eine Zeitreise in tiefste sozialistische Tage. Niemand weiß, wie lange das System sich noch hält und wie die momentane Lebenssituation der Kubaner genau aussehen mag. Wird das eine Versorgungsloch geschlossen, öffnet sich das nächste.
Aber Kuba hätte nicht so lange überlebt, wenn die Bevölkerung nicht so willensstark, lebenslustig, leidensfähig und kreativ wäre. Man lächelt, spuckt in die Hände und löst die Probleme einfach nach bestem Wissen. So habe ich das Land erlebt – eine Woche nachdem der Hurrican „Katrina“ über die karibischen Küsten getobt ist und in Florida wochenlanges unorganisiertes Chaos hinterlassen hat. Kuba kam wesentlich gelassener und sturmerprobter daher. Hier berichte ich von meinen Eindrücken.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Westen Kubas liegt Pinar del Rio und Viñales mit dem Tabakanbau
- Rund um Trinidad und Cienfuegos erlebt man den Zuckerrohranbau
- Havanna ist sehr sehenswert mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden und Oldtimern
- Der Besuch einer Zigarrenfabrik gibt einen völlig anderen Einblick in das Arbeitsleben der Kubaner
- Am Malecòn, der Uferpromenade Havannas, tobt das Leben
Reisestart im Valle de Viñales
Unsere Reisegruppe startete die organisierte Rundreise im Westen des Landes in Pinar del Rio und Viñales, wo man Tabak anbaut, sich auf die Landwirtschaft konzentriert und noch ganz gepflegt mit dem Ochsenkarren unterwegs ist.
Später fuhren wir in den Osten des Landes. Hier sahen wir auch hin und wieder eine Ampelkreuzung und etwas mehr Wohlstand. Durch die Rohrzuckerfelder erlangte diese Region rund um Trinidad und Cienfuegos einigen Wohlstand. Die Prachtbauten der ehemaligen Zuckerbarone lassen erahnen, wie das Leben damals aussah.
Eindrücke aus Havanna
Bevor wir uns zum Strandurlaub in Varadero niederließen, nahmen wir uns Zeit für Havanna, die Hauptstadt Kubas. Es dauerte nicht lange bis wir uns in diese altehrwürdige Stadt und Perle der Karibik verliebten. Sicher, sie hat Altersflecke, einige böse Geschwüre gar, ganze Häuserblocks haben ruinenartige Gebrechen. Aber dank einiger harter Devisenzahlungen der UNESCO werden fortan einzelne Gebrechen geheilt, denkmalgeschützte Gebäude liebevoll rekonstruiert. Von Tag zu Tag erhält die Stadt wieder mehr Glanz.
Zigarrenfabrik in Kuba
Ein absolutes Highlight war der Besuch in der Zigarrenfabrik. In mehreren Etagen und riesigen Hallen sitzen die Arbeiter, sortieren die Tabakblätter, schneiden und rollen sie zu den berühmten Sorten wie „Cohiba“ oder „Romeo and Juliet“. Alles geschieht noch per Handarbeit. Jeder Arbeiter muss sich hocharbeiten. Man fängt bei den preiswertesten Zigarrensorten an und darf sich erst nach jahrelanger Erfahrung an die teuersten Marken heranwagen.
Dabei fällt ein Phänomen auf, das es wohl nur im Sozialismus geben kann. Ein Arbeiter wird freigestellt. Er liest über eine Mikrofonanlage für alle aus der Zeitung und später aus einem Roman vor. Seine geforderte Tagesnorm übernehmen zum Dank die Arbeiter aus der Brigade.
In anderen Abteilungen werden die Zigarren auf Qualität geprüft. Die einen sind verantwortlich für die Sichtprüfung und quittieren ihr Urteil mit einer Banderole oder aber mit einem negativen Vermerk für den Angestellten und Reklamation. Die anderen Spezialisten sahen wir leider nur schlafend. Sie sitzen im Labor und „dürfen“ die besten Zigarrensorten proberauchen. Da das sehr gesundheitsbedenklich ist, brauchen sie bei voller Bezahlung nur die Hälfte der Zeit arbeiten. Die restlichen Minuten und Stunden schlafen sie erschöpft mit dem Kopf auf dem Labortisch.

Leben am Malecòn
Am Malecòn, der langen und berühmten Uferpromenade tobt das Leben. Wir nahmen uns die Zeit zum Verweilen und beobachteten auf der Straße die legendären Chevys aus US- Besatzerzeiten, Mopedtaxis und Pferdedroschken. An einer seicht ins Meer laufenden Stelle badeten die Kinder und wuschen sich das Haar. Die Wasserversorgung zu Hause war mal wieder gestört…
Wir sahen Mädchen und Jungen, wie sie am Abend erste Flirtversuche starteten. Jung und Alt, Freunde und Bekannte, Weltverbesserer und Träumer – sie alle trifft man hier zu vorgerückter Stunde. Sie schwatzen, singen, tanzen, schauen auf das Meer, haben Spaß und sind gespannt auf die Zukunft.
Hier geht es zu unseren Gruppenreisen nach Kuba und unseren Individualreisen nach Kuba.


