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Mate – DAS Kulturgetränk in Südamerika

Last Updated on 13. Februar 2026 by Südamerika Reiseportal

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u sitzt in einem Park in Buenos Aires. Neben dir reicht dir jemand wortlos einen kleinen Becher mit silbernem Trinkhalm. Niemand erklärt etwas, niemand fragt. Du nimmst einen Schluck. Herb. Intensiv. Anders.

Und plötzlich bist du kein Zuschauer mehr – sondern Teil einer Gemeinschaft. Mate ist kein Getränk. Mate ist ein Ritual. Wer Südamerika wirklich verstehen möchte, sollte dieses Ritual kennen.

Der Mate-Tee ist ein Stück Tradition in Südamerika. Wer durch die Länder Südamerikas reist, wird früher oder später über Menschen mit einem ausgehöhltem Kürbis in der einen und einer Thermoskanne mit heißem Wasser in der anderen Hand stolpern. Wir erzählen Euch, was sich dahinter verbirgt.

Mate im Überblick

  • Ursprung: Guaraní-Indigene
  • Verbreitung: Argentinien, Uruguay, Paraguay, Südbrasilien, Teile von Chile und Bolivien
  • Bestandteile: Blätter des Yerba-Mate-Baums
  • Wirkung: Anregend (enthält Koffein, oft „Matein“ genannt)
  • Geschmack: Herb, grasig, leicht bitter (erst sehr bitter, im späteren Verlauf dann sanfter)
  • Besonderheit: Wird gemeinschaftlich aus einem Gefäß getrunken

Was ist Mate?

Mate ist ein Aufgussgetränk, das durch Aufguss kleingeschnittener trockener Blätter des Ilex paraguayensis gewonnen wird. Mate bezeichnet ursprünglich das Trinkgefäß (aus dem Quechua mati für Trinkgefäß), heutzutage auch das Getränk. Die Blätter hingegen werden als yerba bezeichnet (Quelle: Wikipedia).

Somit braucht man für einen guten Mate den Mate (also das Gefäß), Yerba (den Tee) und eine Bombilla (Trinkhalm aus Metall oder Holz, meist verziert und mit einem Sieb am Ende, damit man keine Kräuter aufsaugt). Der Mate wurde traditionell aus dem Endteil eines ausgehöhlten Flaschenkürbis gefertigt, mittlerweile gibt es auch Mates aus Holz, aus Metall, aus Horn, aus Plastik und aus Porzellan.

Verschiedene Bombillas
Verschiedene Bombillas

Matekultur

Dieses gemeinsame Trinken ist der Kern der Kultur.

Die zerkleinerten Teeblätter werden in das Trinkgefäß gefüllt, bis es ca. halb voll ist. Nun wird die Bombilla in den Tee gesteckt und die Mateblätter werden mit warmem Wasser (ca. 70 -80 Grad) bedeckt. Schon ist der Mate fertig.

Das Besondere: Man teilt sich ein Gefäß.

Eine Person – der sogenannte Cebador (“Zeremonienmeister”) – bereitet den Mate zu, gießt heißes (nicht kochendes!) Wasser nach und reicht ihn weiter. Jeder trinkt das Gefäß leer und gibt es zurück. Dann wird erneut aufgegossen.

In Argentinien sieht man Menschen mit Thermoskanne unter dem Arm durch die Stadt laufen. In Uruguay gehört sie fast zur Nationaltracht. Es ist völlig normal, im Park, am Strand oder sogar im Büro gemeinsam Mate zu trinken.

Für dich als kulturinteressierter Reisender ist das eine wunderbare Möglichkeit, Einblicke zu bekommen, die kein Reiseführer vermittelt. Einem Gast einen mate anzubieten, ist ein Zeichen der Höflichkeit und Gastfreundschaft.

Sowohl die Zubereitung als auch die „richtige“ Art des Trinkens werden als Kunst zelebriert und mehr oder weniger streng von zahlreichen Regeln (meist in Form von mündlich überlieferten Reimen und Redewendungen) vorgeschrieben. So gilt es als unhöflich, wenn die bombilla beim Überreichen nicht auf den Empfänger zeigt, oder der Trinker die Runde über Gebühr aufhält. Der Gastgeber trinkt für gewöhnlich den ersten Aufguss, denn dieser ist der bitterste (und den Gästen nicht zumutbar) (Quelle: Wikipedia).

Verschiedene Mategefäße
Verschiedene Mategefäße

Wie wird eine Mate-Runde beendet?

Wichtig ist, sich nicht zu bedanken, wenn einem das Mategefäß gereicht wird, denn man bedankt sich nur ein einziges Mal bei der Rückgabe, wenn man keinen weiteren Tee mehr möchte. Allerdings darf man sich frühestens nach der vierten Runden Tee bedanken, will man nicht als unhöflich gelten und muss still hoffen, dass auch einem Fremden abgenommen wird, diesen Brauch zu kennen. Denn das „Danke“ wird gern überhört und man kann sich vor weiteren Teerunden nicht retten.

Die anregende Wirkung ist auf den Gehalt an Thein zurückzuführen; der aufgrund anderer Gerbsäureverbindungen eine mildere Wirkung als Coffein hat. Zudem enthält Mate praktisch alle lebensnotwendigen Vitamine und wirkt hungerstillend.

Gesellige Mate-Runden
Gesellige Mate-Runden

Mate auf Reisen – Was du wissen solltest

  • Bombilla nicht bewegen. Sie ist korrekt platziert.
  • Das Gefäß komplett austrinken.
  • Nicht selbst nachschenken. Das übernimmt der Cebador.
  • „Gracias“ erst sagen, wenn du nicht mehr mittrinken möchtest.
  • Ablehnen ist unhöflich – probiere zumindest einen Schluck.

Häufige Fragen zum Mate

Benutzen alle die gleiche Bombilla?

Ja, das gehört dazu. Das Mategefäß samt Bombilla wandert im Kreis, nur das Wasser wird immer wieder neu hinzugefügt.

Kann man Mate auch am Abend trinken?

Wenn man den Mate nicht gewohnt ist, dann sollte man davon absehen. Außer man hat vor, die Nacht durchzumachen…

Ist der Mate in Südamerika mit den Mategetränken in Europa vergleichbar?

Prinzipiell werden auch die Teebeutel, die wir in Europa kaufen können, mit der selben Pflanze gefüllt. Aber der Tee ist dann viel weniger stark und konzentriert als in der südamerikanischen Variante.

Wird mir Mate während einer Argentinienreise begegnen?

Bestimmt! Grundsätzlich natürlich eher, wenn Du Kontakt mit der Bevölkerung hast, aber vielleicht trinkt auch Dein Reiseleiter mal einen Mate zwischendurch. Und Menschen, die Mate trinken, wirst Du bestimmt beobachten können!

Wo in Südamerika wird Mate getrunken?

Mate wird insbesondere in Argentinien, Uruguay, Paraguay, dem Süden Brasiliens (dort Chimarrão genannt) sowie Teilen Chiles und Boliviens konsumiert.

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