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Suriname – Südamerika einmal anders!

Last Updated on 4. April 2023 by Südamerika Reiseportal

Suriname ist anders als das restliche Südamerika. Das wird uns bereits wenige Minuten klar, nachdem wir in der Hauptstadt Paramaribo gelandet sind. Auf den Straßen herrscht Linksverkehr, statt lautem Spanisch ist hier überall Holländisch zu hören. Auch die hübschen Holzhäuser im Kolonialstil erinnern an die niederländische Vergangenheit Surinames. Paramaribo zählt 250.000 Einwohner, die den unterschiedlichsten Religionen und Ethnien angehören und weitgehend friedlich zusammenleben. Afrikanische, asiatische, indianische und europäische Einflüsse prägen die einzigartige Kulturlandschaft.

Wir besuchen einen hinduistischen Tempel sowie eine jüdische Synagoge, die direkt neben einer moslemischen Moschee gebaut ist. Besonders beeindruckt uns die St. Peter und St. Paul Kathedrale, die größte Holzkirche der westlichen Hemisphäre. Ein karibisches Jazzfestival am Abend unter dem tropischen Sternenhimmel und ein Glas surinamischer Rum machen die Urlaubsstimmung perfekt.

Holzhütten in Palumeu

Abenteuer zwischen Fluss und Dschungel

90% der Landesfläche Surinames ist von tropischem – größtenteils völlig unberührtem – Regenwald bedeckt. Und genau diese ursprünglichen Urwaldlandschaften möchten wir entdecken! Unser Dschungelabenteuer beginnt mit einem Flug in einer kleinen Buschmaschine. Wie Brokkoliröschen ragen die Wipfel der Dschungelriesen unter uns in die Lüfte. Nach 75 Minuten landen wir auf einer Graspiste in Palumeu, einer kleinen indianischen Gemeinde mitten im Regenwald. Wir beziehen unsere rustikalen Holzhütten, die malerisch direkt am Fluss Tapanahoni liegen. In der Küche bereiten die indianischen Mitarbeiter der Lodge an einer Feuerstelle die verschiedensten Leckereien für uns zu, die wir uns am großen Esstisch gemeinsam schmecken lassen. In Ausflügen mit dem motorisierten Einbaum und bei Wanderungen lernen wir die faszinierende Welt des Regenwaldes kennen.

Dschungelküche

Ein kleiner Spaziergang führt uns ins nahegelegene Dorf der Indianer, wo wir herzlich empfangen werden. Wir erfahren, wie die Einheimischen traditionell Ihre Bögen zur Jagd herstellen, kosten lokale Spezialitäten und ein Mitreisender mit Magenproblemen wird in der Krankenstation mit einem wohlschmeckenden Zitronengrastee versorgt. Zum Gesang der erwachenden Vögel frühstücken wir an einsamen Buchten, wir baden an herrlichen Sandstränden in perfekt temperierten Dschungelflüssen und wandern durch dichten Primärwald zu einem Aussichtspunkt, von dem wir einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge genießen. Unterwegs erfahren wir viel über die Heil- und Nutzpflanzen des Regenwaldes. Während dieser Ausflüge wird mir immer wieder bewusst, welch unglaubliche Ruhe die Natur des Dschungels auf mich ausstrahlt. Mit jeder Stunde, die wir im Regenwald verbringen, scheint der Alltag noch ein Stück weiter entfernt zu sein.

Aussicht von Awarradam Lodge

Urzeitliche Landschaften

Nach herrlich entspannten Tagen in Palumeu besteigen wir erneut einen kleinen Buschflieger und landen nach etwa 20 Minuten auf einer Graspiste scheinbar mitten im Urwald. Wenige Meter entfernt erwartet uns ein kleines Boot, das uns zu unserer zweiten Dschungelunterkunft, der Awarradam Lodge, bringen wird. Die 90-minütige Bootsfahrt ist überwältigend. Der Fluss schlängelt sich vorbei an prächtigen Urwaldriesen, unterwegs begegnen wir immer wieder einheimischen Kindern, die im Fluss baden und uns fröhlich lächelnd zuwinken. Inmitten des Flusses finden sich zahlreiche Felsen, die an riesige Dinosauriereier erinnern. Obwohl ich auf früheren Reisen schon in verschiedensten Regenwaldgebieten dieser Welt unterwegs war, bin ich völlig beeindruckt von dieser einzigartigen Bilderbuchlandschaft.

Maroons – Leben am und mit dem Fluss

Die Awarradam Lodge selbst liegt in einer kleinen Flussinsel. Auf der Terrasse unserer Holzhütten sind Hängematten gespannt – ein paradiesischer Ort zum Lesen und zum Träumen. Bei den tropisch heißen Temperaturen sorgt ein Bad in den nahegelegenen Stromschnellen für eine wohltuende Erfrischung. Eine Art natürlicher Whirlpool bietet eine entspannende Rückenmassage. Für alle, die eine Massage von Menschenhand bevorzugen, ist der an die Lodge angeschlossene Dschungel-Spa zu empfehlen. Eine unserer zahlreichen Erkundungstouren per Boot und Pedes führt uns zu verschiedenen Dörfern der Maroons.

Maroon Frau

Mit den Maroons die Kultur leben

Bei den Maroons handelt es sich um ehemalige afrikanische Sklaven, denen es gelungen ist, von den Plantagen zu fliehen und sich tief im Dschungel ein neues Leben aufzubauen. Immer wieder werden wir vom Guide daran erinnert, Menschen nur nach ausdrücklicher Erlaubnis zu fotografieren, da die Maroons Angst haben, durch eine Fotografie ihre Seele zu verlieren. Wir erfahren viel über die Kultur der Maroons und werden vor allem von den Kindern voller Neugier bestaunt. Als besonderes Highlight führt uns eine Frauengruppe traditionelle Lieder und Tänze vor und lädt uns ein, mit ihnen gemeinsam das Tanzbein zu schwingen.

Buschflieger

Auch in Awarradam fällt der Abschied unglaublich schwer. Die „Zivilisation“ in der Großstadt Paramaribo erscheint uns nach den Tagen in unberührter Natur plötzlich unglaublich hektisch und laut. Manch einer aus unserer Reisegruppe liebäugelt mit dem Gedanken, sofort wieder in den nächsten Buschflieger zu steigen. Und auch ich selbst wäre nicht abgeneigt…


Rundreise – Suriname – Guyana – Französisch Guyana kompakt

Auf dieser Reise besuchen Sie die 3 Guyanas, Ziele, die für Touristen noch etwas unbekannt sind, aber viel zu bieten haben. Diese Reiseziele sind sehr vielfältig, von den Menschen, die eine Mischung aus Afrikanern, Europäern, Asiaten und Eingeborenen sind, bis hin zu den dichten tropischen Dschungeln, wo Sie einen sehr engen Kontakt zwischen Kultur und Natur erleben werden.

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