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Empanadas, Alfajores, Asado: Die kulinarischen Highlights einer Argentinienreise

Last Updated on 3. August 2026 by Südamerika Reiseportal

Buenos Aires, erster Tag. Wir haben viel gesehen, sind viel gelaufen und haben Hunger. Kein Kopf für ein Restaurant mit Speisekarte und Bedienung – ich wollte einfach nur etwas Warmes in der Hand. An einer kleinen Panadería um die Ecke kaufte ich mir etwas, das ich bis dahin gar nicht kannte: eine Empanada, gefüllt mit Rindfleisch. Der erste Bissen – und ich war überzeugt. Was ich in dem Moment noch nicht ahnte: Diese kleine Teigtasche sollte mich durch die ganze Reise begleiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Asado gehört dazu, ist aber nur der Anfang: Argentiniens Küche hat weit mehr zu bieten als Steak vom Grill.
  • Empanadas schmecken von Provinz zu Provinz anders – probieren lohnt sich überall neu.
  • Alfajores und Dulce de Leche sind die süßen Entdeckungen, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
  • Von Choripán über Locro bis Humitas: Wer über den Tellerrand schaut, findet noch viele weitere Spezialitäten.
  • Auch abseits von Restaurants gibt es viel zu probieren – in der Panadería nebenan oder direkt am Straßenstand.

Mehr als Steak: Asado gehört dazu, ist aber nicht alles

Klar, in Argentinien wird viel Fleisch gegessen. Das Asado, das gemeinsame Grillen über offener Glut, ist fester Bestandteil des Alltags und wohl das, was die meisten zuerst mit dem Land verbinden. Zu Recht – ein gutes Asado, stundenlang über Holzkohle gegart, ist schon etwas Besonderes.

Aber wer deshalb glaubt, argentinisches Essen bestehe nur aus Steak, verpasst viele leckere Gerichte. Denn neben dem Asado gibt es noch so viel mehr zu entdecken – und genau das ist es, was eine Argentinienreise kulinarisch so reich macht.

Argentinisches Asado auf dem Grill: gegrilltes Rindfleisch, Chorizo und Rippchen über offener Glut
Asado gehört zu Argentinien wie kein anderes Gericht – aber es ist nur der Anfang der kulinarischen Reise.

Empanadas: der perfekte Begleiter unterwegs

Zurück zu meiner ersten Empanada. Was mich daran sofort begeistert hat: Sie ist genau das Richtige, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist und mal schnell etwas braucht, ohne sich lange irgendwo hinzusetzen. Herzhaft, handlich, warm – ein Snack, wie gemacht fürs Reisen.

Und dann diese Vielfalt! Auf dem Weg durch Argentinien bin ich immer wieder über neue Sorten gestolpert – gefüllt mit Rindfleisch, mit Hühnchen, mit Käse und Zwiebeln, je nach Region auch mit ganz eigenen Gewürzmischungen. Jede Provinz scheint ihre eigene Vorstellung von der perfekten Empanada zu haben. Ich habe mir angewöhnt, überall, wo wir Halt gemacht haben, mindestens eine zu probieren – manchmal aus reiner Neugier, meistens aus Überzeugung.

Verschiedene argentinische Empanadas – frisch gebacken und unterwegs am Straßenstand
Jede Provinz hat ihre eigene Empanada – probieren lohnt sich überall.

Welche Orte sich dafür besonders lohnen, haben wir übrigens schon einmal in unseren Top 5 Destinationen in Argentinien für Foodies zusammengestellt, falls du noch tiefer eintauchen willst.

Tipp: Frag am besten direkt vor Ort nach der Spezialität der Region – jede Provinz hat ihre eigene Vorstellung von der perfekten Empanada.

Alfajores und Dulce de Leche: die süße Entdeckung

Wenn Empanadas mein herzhaftes Highlight waren, dann waren Alfajores die süße Überraschung. Zwei mürbe Kekse, dazwischen eine großzügige Schicht Dulce de Leche, oft noch mit Schokolade überzogen – ich hatte vorher noch nie davon gehört und war sofort begeistert. Mittlerweile backen wir sie zu Hause nach, und bisher haben sie noch jedem geschmeckt, dem wir sie vorgesetzt haben.

Alfajores mit Dulce de Leche und ein Kuchen mit karamelliger Dulce-de-Leche-Füllung
Süße Verführung: Alfajores, Dulce-de-Leche-Kuchen und die karamellige Creme, die überall dazugehört.

Dulce de Leche selbst begegnet einem in Argentinien sowieso ständig – im Eis, im Gebäck, als Aufstrich zum Frühstück. Wer es einmal probiert hat, versteht sofort, warum die Argentinier so eine Leidenschaft dafür entwickelt haben.

Tipp: Alfajores gibt es in jeder Panadería, aber die Qualität schwankt stark – frag am besten die Menschen vor Ort nach ihrer Lieblingsbäckerei.

Und dann ist da noch…

So viel gibt es zu probieren, dass ich dir noch eine kleine Liste mitgeben will – für deine eigene Genuss-Tour durchs Land:

  • Choripán: Chorizo-Wurst im Brötchen, meist direkt vom Straßengrill. Der klassische schnelle Snack für zwischendurch, an fast jeder Ecke zu finden.
  • Chimichurri: Die grüne Kräutersauce aus Petersilie, Knoblauch, Essig und Öl, die zu keinem Asado fehlen darf. Frisch zubereitet schmeckt sie noch mal ganz anders als jede Fertigversion. Sie schmeckt übrigens auch zu Empanadas!
  • Carbonada Criolla: Ein herzhafter Eintopf mit Rindfleisch, Mais, Kürbis und Pfirsich, vor allem im Norden verbreitet. Zeigt, dass argentinisches Essen auch mit Löffel funktioniert, nicht nur mit Messer und Gabel.
  • Milanesa: Paniertes Schnitzel, meist vom Rind, oft als “Milanesa napolitana” noch mit Schinken und Käse überbacken. Ein echter Alltagsklassiker, den du auf fast jeder Speisekarte findest.
  • Locro: Ein deftiger Eintopf aus Mais, Bohnen, Kürbis und Fleisch, traditionell zum Nationalfeiertag am 25. Mai gegessen. Genau das Richtige an einem kühlen Tag in den Anden.
  • Mate-Tee: Kein Essen, aber unbedingt dazugehörig – das Nationalgetränk, das reihum aus einem Gefäß mit Bombilla getrunken wird und fast mehr Ritual als Getränk ist. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Mate: Das Kulturgetränk in Südamerika.
  • Humitas: In Maisblätter gewickelte, cremig-süßliche Maismasse, gedünstet statt gebraten. Vor allem im Norden zu finden, eine Art argentinisches Pendant zu den mittelamerikanischen Tamales.
Weitere argentinische Spezialitäten: Humitas, Milanesa, Chimichurri und Choripán
Humitas, Milanesa, Chimichurri, Choripán – die argentinische Küche hat noch viel mehr zu bieten als Asado.
Tipp: Wird Dir Mate angeboten, trink ihn ruhig mit – die Bombilla geht dabei reihum von Hand zu Hand. Ein schöner Weg, schnell mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

Mein Tipp: Informier dich vorher – und iss nicht nur im Restaurant

Wenn du deine eigene Argentinienreise planst, mein wichtigster Rat: Informier dich vorher ein bisschen, welche Spezialitäten es überhaupt gibt. Sonst läufst du Gefahr, an genau den Dingen vorbeizulaufen, die eine Reise kulinarisch so besonders machen.

Und: Bleib nicht nur beim Restaurant. Manche der besten Entdeckungen macht man in der Panadería nebenan, im kleinen Supermarkt oder direkt am Straßenstand. Genau dort isst du das, was die Menschen dort selbst jeden Tag essen.

Straßenstand mit Choripán, Gewürzladen und frisches Gebäck in Argentinien
Auf dem Markt, am Straßenstand oder in der Panadería: Hier findest du die typischen Spezialitäten.

Zum Schluss

Am Ende hat mich Argentinien genauso mit seiner Küche überrascht wie mit seinen Landschaften. Asado gehört dazu, keine Frage – aber die eigentlichen Entdeckungen lagen für mich in den kleinen Dingen: einer Empanada an der Straßenecke, einem Alfajor zum Kaffee, einem Löffel Dulce de Leche zwischendurch. Das muss man erlebt haben!

Wenn auch Du Lust auf diese kulinarische Entdeckungsreise bekommen hast, schau dir gerne unsere Argentinien Gruppenreisen oder Argentinien Individualreisen an – wir nehmen dich mit an genau die Orte, an denen du selbst probieren kannst, wovon ich hier erzählt habe.

Zum Nachkochen: Ein bisschen Argentinien für deine eigene Küche

Zutaten (für 4 Portionen):

1 kg Rind- oder Kalbfleisch
100 g Schweineschmalz
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
2 Paprikaschoten
3 Tomaten
1 Bund Suppengrün
½ Sellerieknolle
1 Lorbeerblatt
3 grüne Pfefferkörner
Salz, Majoran, Cayennepfeffer, Thymian, Petersilie
¼ l Weißwein
½ l Fleischbrühe
4 Kartoffeln
250 g Kürbisfleisch
2 Äpfel
1 Dose Maiskörner
2 Pfirsiche
200 g Weintrauben
100 g gegarter Reis

Zubereitung:

Fleisch würfeln und in Fett braun anbraten. Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Tomaten gesondert anrösten und dazugeben. Suppengrün, Sellerie und Gewürze zufügen, mit Wein und Brühe aufgießen und ca. 60 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Kartoffeln, Kürbis und Äpfel dazugeben, nach 15 Minuten Mais, Pfirsiche und Weintrauben ergänzen, kurz vor dem Servieren den fertig gekochten Reis untermischen und abschmecken.

Zutaten:

500 g Mehl
125 g Puderzucker
300 g weiche Butter
abgeriebene Schale von 1 Zitrone

Zubereitung:

Alle Zutaten zu einem weichen Teig verkneten, ca. ½ cm dick ausrollen und Kreise ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bei 180 °C backen, bis die Kekse leicht gebräunt sind.

Nach dem Auskühlen mit Dulce de Leche füllen und mit Puderzucker bestäuben.

Für selbstgemachtes Dulce de Leche:

250 g Zucker
500 ml Milch
½ Vanilleschote
und ½ TL Backpulver unter Rühren zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze 1 bis 1¼ Stunden offen köcheln lassen, bis die Masse eindickt und karamellfarben wird.

Schneller geht es mit einer Dose gezuckerter Kondensmilch: geschlossen 1 Stunde im Wasserbad kochen und vor dem Öffnen gut abkühlen lassen.

Zutaten:

150 g weiche Butter oder Margarine
200 g Zucker
3 Eier,
1/3 Tasse Dulce de Leche
1 Tasse lauwarme Milch
210 g (1 Tasse) Mehl
1 TL Backpulver
eine Prise Salz

Zubereitung:

Backofen auf 180 °C vorheizen und eine längliche Kastenform einfetten.
Butter schaumig schlagen, dann Zucker, Eier und Dulce de Leche zugeben. Milch, Mehl und Backpulver untermischen, eine Prise Salz dazugeben.
Im vorgeheizten Ofen ca. 45-50 Minuten backen. Herausnehmen, 10 Minuten abkühlen lassen und aus der Form lösen.
Nach Wunsch mit Schokoladenguss überziehen.

Willst Du mehr über Argentinienreisen erfahren? Dann schau mal in unseren Guide:

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