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Patagonien pur – eine Liebeserklärung an die unberührte Wildnis

Last Updated on 15. Oktober 2025 by Südamerika Reiseportal

Wenn man mich nach meiner Lieblingsregion in Lateinamerika, nein sogar in der ganzen Welt fragt, dann ist meine Antwort sofort klar: Patagonien! Über diesen Landstrich im Süden Argentiniens und Chiles gerate ich jedes Mal ins Schwärmen und ich kann aus dem Stand viele Geschichten erzählen und lange Vorträge halten. Ich möchte Euch erklären, warum.

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade “Über welche Themen könntest du stundenlang sprechen und was sollte ich darüber wissen?” von Birgit Oppermann.

Die unberührte Natur Patagoniens – eine Liebeserklärung

Patagonien ist eine der letzten wirklich wilden Regionen auf unserem Planeten. Einerseits die schier endlosen Weiten der Pampa, andererseits die majestätischen Gipfel der Anden, unberührte wilde Wälder, Gletscher, Fjorde und Seen in allen Farben – ich könnte hier endlos viel Zeit damit verbringen, einfach nur die Landschaft zu bewundern und den Wind zu spüren, der über die Ebenen fegt (ja, der Wind ist in Patagonien noch ein ganz eigenes Thema!).

Natürlich gibt es die mittlerweile sehr touristischen Nationalparks wie den Torres del Paine in Chile und den Nationalpark Los Glaciares in Argentinien. Sie sind wunderschön, keine Frage. Aber mein Herz verloren habe ich an die stillen und wenig touristischen Orte in Patagonien.

Ein Huemul vor dem Lago Cochrane im chilenischen Patagonien
Ein Huemul vor dem Lago Cochrane

Patagonien abseits der Touristenpfade – die Carretera Austral

Die wahre Schönheit der Region entdeckt man erst, wenn man die ausgetretenen Pfade verlässt und sich in die weniger besuchten Gebiete wagt.

Ein solches Gebiet ist die Carretera Austral in Chile, eine abgelegene Straße, die sich über mehr als 1.200 Kilometer durch den patagonischen Regenwald schlängelt. Die Reise auf dieser Straße ist ein Abenteuer für sich, denn sie führt durch unberührte Landschaften, vorbei an wilden Flüssen, dichten Wäldern und schneebedeckten Gipfeln. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Patagonien in seiner Ursprünglichkeit zu erleben.

Teilweise müssen Fjorde mit Fähren überwunden werden, Teile der Straße sind weiterhin geschottert und vieles sieht immer noch genauso aus wie vor Jahrzehnten. Wandermöglichkeiten gibt es an jeder Ecke und wer Einsamkeit sucht, wird schnell fündig.

Lago General Carrera mit blühendem Ginster
Lago General Carrera mit blühendem Ginster

Die Menschen Patagoniens

Wer genug hat von Einsamkeit und Stille, der kommt rasch mit den Menschen in den Dörfern ins Gespräch. Spanischkenntnisse sind natürlich sehr von Vorteil, gerade, wenn man ins Hinterland kommt. Die Menschen freuen sich, wenn ich sie anspreche, Interesse zeige und erzähle, warum ich da bin.

Viele Einladungen von einfachen Bauern haben wir schon erhalten, die sich oft das so dicht besiedelte Europa überhaupt nicht vorstellen können. In einer Region, die so groß ist wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen, in der aber nur 100.000 Menschen leben, ist das vermutlich auch kaum nachzuvollziehen.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Abend, den wir bei einer Familie verbracht haben, die uns spontan zum Übernachten eingeladen hatte. Obwohl wir uns ja gar nicht kannten, haben wir stundenlang geredet; über das Leben unter dem Pinochet-Regime und wie es sich für die Familie, die dem Regime kritisch gegenüber stand, angefühlt hat.

Oder die Übernachtung weitab von der Carretera Austral – viel einsamer geht es kaum – in einem Bauernhaus, dass nur zu Fuß und nach dem Übersetzen über zwei Seen überhaupt zu erreichen war. Selbstverständlich gab es kein fließendes Wasser und auch keinen Strom. Aber unglaublich gastfreundliche Menschen, die ihr Essen und ihr Haus völlig selbstverständlich mit uns geteilt haben.

Manche Häuser sind in Patagonien nur per Boot zu erreichen
Manche Häuser sind nur per Boot zu erreichen

Meine Liebe zu Patagonien – Warum ich stundenlang darüber sprechen könnte

Ich könnte stundenlang über Patagonien sprechen, weil diese Region etwas in mir berührt, das ich in keiner anderen Ecke der Welt gefunden habe. Es ist die Kombination aus wunderschöner Natur, faszinierenden Menschen und der Ursprünglichkeit des Lebens, die mich immer wieder in ihren Bann zieht. Patagonien ist für mich mehr als nur ein Reiseziel – es ist ein Ort, an dem ich mich frei und lebendig fühle, an dem ich zur Ruhe komme und immer wieder aufs Neue überwältigt werde.

Wenn Du jemals die Gelegenheit hast, Patagonien zu besuchen, dann lass Dir Zeit. Besuch nicht nur die großen touristischen Highlights, sondern verlasse die Touristenpfade, tauche ein in die Natur, triff die Menschen, die hier leben, und gib Dir die Ruhe, einfach zu staunen und zu genießen. Es ist ein Erlebnis, das Du niemals vergessen wirst – und über das Du genauso stundenlang sprechen könntest wie ich.

Hier geht es zu unseren Patagonienreisen.

2 Antworten auf „Patagonien pur – eine Liebeserklärung an die unberührte Wildnis“

Liebe Andrea,

vielen Dank für diesen tollen, berührenden Artikel und deinen Beitrag zu meiner Blogparade! Was du über Patagonien schreibst, klingt wahnsinnig schön, und man liest in jedem Absatz deine Begeisterung durch. Richtig schön 🙂 

Viele Grüße
Birgit

[…] Ihr Beitrag zu meiner Blogparade heißt „Patagonien pur – eine Liebeserklärung an die unberührte Wildnis“. Sie schreibt über die Schönheit des Landstrichs, über die Menschen dort und über all das, was sie persönlich an Patagonien fasziniert. Und sie tut das auf so berührende Weise, dass man am liebsten gleich die Koffer packen und nach Lateinamerika aufbrechen möchte. Hier kommst du zu ihrer Liebeserklärung. […]

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