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Capoeira: Afrobrasilianisches Grundnahrungsmittel oder Vem Jogar! – Komm spielen!

Zu Rhythmus und Gesang bewegen sich zwei Personen in der Mitte eines geschlossenen Kreises, der von Musikern und Zuschauern gebildet wird. Ton angebend ist dabei, trotz ebenfalls zum Einsatz kommender Trommeln (atabaques) und Tamburine (pandeiros), ein seltsames Musikinstrument, der Berimbau. Dieser mit einem Holzstäbchen in Schwingung versetzte Bogen besteht aus einer elastischen Rute aus biegsamem Beribaholz (vara), einem als Saite dienenden Stahldraht und einem ausgehöhltem Kürbis (cabaça) als Resonanzboden. Die beiden Akteure in der sog. Roda (Runde) belauern sich wie Schlangen: tänzelnd, elegant, mit wiegenden Schritten. Dann “explodieren” sie geradezu: Es kommt zu artistischen Einlagen in der Luft und auf dem Boden: sie springen, drehen Pirouetten, schlagen Salti. Kopfstände wechseln mit angetäuschten Schlägen und Fußtritten und darauf antwortenden Ausweichbewegungen. Sie scheinen zu kämpfen, berühren sich aber nicht.

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Salvador da Bahia

Stadtteil Pelourinho (© J.Rausch)

Salvador da Bahia ist eine Stadt im Nordosten Brasiliens, im gleichnamigen Bundesstaat, direkt an der Atlantikküste, an der Allerheiligen Bucht gelegen. Oft wird die Stadt als das schwarze Herz Brasiliens bezeichnet. Warum? Ein Großteil der dortigen Bevölkerung sind Nachfahren der afrikanischen Sklaven, die zu Kolonialzeiten nach Brasilien verschleppt wurden.
Bahia ist bekannt für seine Samba-Rhythmen, für die Tänze und Trommeln, eine Tradition, die auf eine traurige Zeit zurückreichen: die Sklaverei. Um nicht völlig zu verzweifeln und die alten Bräuche der weit entfernten afrikanischen Heimat weiterleben zu lassen, nutzten die Sklaven das, was ihnen noch geblieben war: ihre Hände und Füße, Stimmen und ein paar einfache Werkzeuge. Musik und Tanz gaben den Menschen Hoffnung. Heute stellt dieses Erbe einen unvorstellbaren Schatz dar. (Erfahren Sie mehr über Capoeira und dessen afrikanische Wurzeln.)

das Innerere der Kathedrale von Salvador de Bahia (© J.Rausch)

Nicht verpassen sollte man im „schwarzen Rom“, wie die Stadt wegen ihrer vielen Kirchen, 76 an der Zahl, auch genannt wird, die über und über mit Gold verzierte Kirche des São Francesco. Über die Zeit haben sich afrikanische Bräuche mit indianischen Ritualen und dem katholischen Glauben vermischt. So ist eine ganz besondere, eigene Kultur, eine Art Synkretismus, entstanden.
Beim Fest der “Lavagens” zum Beispiel werden sowohl katholische Heilige verehrt, als auch afrikanische Götter angesprochen, indem die Stufen vor den Kirchenportalen gereinigt werden.

bunte Hausfassaden (© J.Rausch)

Eine steile Klippe teilt Salvador da Bahia in zwei Teile: Wie so oft in der Geschichte befindet sich die Altstadt, mit den einst bedeutendsten Gebäuden, Herrenhäusern und Kirchen, hoch oben und wurde auf hügeligem Gelände erbaut, um diese natürliche Schutzfunktion wahrzunehmen.
Die „Cidade Alta“ (Bahias Oberstadt) ist die Altstadt und gilt als ein Paradies für Liebhaber Barocker Baukunst. Noch heute aus kolonialen Zeiten erhalten sind die die Stadtteile Terreiro de Jesus, Pelourinho und Anchieta. Die Altstadt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt, ist mit der „Cidade Baixa“, der Unterstadt, wo man Märkte und Hafenanlagen findet, über einen Aufzug (Elevador Lacerda) bzw. eine Schrägseilbahn (die Plano-Inclinado-Drahtseilbahn) verbunden. Wer sich sportlich betätigen will, steigt auf einer der sehr steilen Straßen (Ladeiras) hinauf.

LINKS:
http://www.bahia-online.net/

Salvador da Bahia (Stadtrundgang – englisch)
Capoeira

Salvador da Bahia können Sie unter anderem auf folgenden Reisen besuchen:
Amazonas-Boots-Expedition, Brasiliens – Zwischen Amazonas und Zuckerhut, Höhepunkte Brasiliens.