Last Updated on 22. September 2026 by Südamerika Reiseportal
In einer Beratung zu Mietwagenreisen durch Patagonien kommen wir in der Beratung fast immer zu dieser Frage: “Und, wollt ihr auch runter nach Feuerland?”
Feuerland, der südlichste Zipfel des Kontinents. Oft ein Traumziel, das “Ende der Welt”. Daher ist die Frage “Nehme ich Feuerland mit in die Route, oder lasse ich es weg?” oft auch eine sehr emotionale. Diese Entscheidung begleitet uns in fast jeder Beratung und sie verdient eine ehrliche Antwort.
Das Wichtigste in Kürze
- Feuerland gehört geografisch zu Patagonien.
- Ushuaia ist eher Kreuzfahrthafen als verstecktes Paradies, und Kap Hoorn erreichst du ohnehin nur per Kreuzfahrt.
- Das übrige Patagonien hat mit Torres del Paine, Fitz Roy und dem Peritonealdialyse-Moreno-Gletscher die spektakuläreren Highlights und ist über die Ruta 40 deutlich besser angebunden.
- Faustregel: Feuerland lohnt sich ab etwa drei Wochen Reisezeit – sonst wird die Route zu voll.
- Wer mehr Zeit hat und unbekanntes Terrain sucht: Die Carretera Austral ist oft die bessere Wahl als Feuerland.
- Das sind die Fakten zu Feuerland
- Was trotzdem für Feuerland spricht
- Das übrige Patagonien hat die spektakuläreren Highlights
- Unsere Faustregel: ab drei Wochen
- Die Alternative, die viel unbekannter ist
- Wie wir das in der Beratung angehen
- Möchtest du Patagonien selbst erleben?
- Mit dem Mietwagen vom Seengebiet nach Feuerland
- Argentinien/Chile – Patagonien für Genießer
Das sind die Fakten zu Feuerland
Für viele unserer Kunden ist Feuerland ein Sehnsuchtsziel. Das “Ende der Welt”, die südlichste Stadt der Welt, ein Ort, von dem man schon lange geträumt hat. Und dann kommen sie in Ushuaia an – und finden vor allem einen Hafen voller Kreuzfahrtschiffe und eine eher unansehnliche Stadt.
Tipp: Da fast alles, was in Ushuaia gekauft werden kann, zuerst über weite Strecken in die Stadt gebracht werden muss, gilt Ushuaia als eine der teuersten Städte Argentiniens und ganz Südamerikas. Deine Outdoorausrüstung solltest Du also möglichst nicht vor Ort kaufen müssen.
Kap Hoorn, das eigentliche “Ende der Welt”, erreicht man ohnehin nur mit einer Kreuzfahrt. Und an viele der schönsten Ecken Feuerlands kommt man auch sonst nicht ganz so leicht heran, wie man es sich vorher ausgemalt hat. Dazu kommt das Wetter: kräftiger Wind, plötzlicher Regen, Temperaturen, die sich das ganze Jahr über wie Herbst anfühlen. Wer sich darauf nicht einstellt, ist schnell enttäuscht.

Feuerland liegt zudem ziemlich weit weg von den übrigen Highlights Patagoniens – ein Umweg, den man einplanen muss. Von Punta Arenas nach Ushuaia sind es 570 km mit einer Fährüberfahrt, da muss man mit 9 bis 12 Stunden Fahrzeit rechnen. Die Fahrt führt die meiste Zeit durch Pampa – ist also eher eintönig.
Was trotzdem für Feuerland spricht
Damit wollen wir niemandem Feuerland ausreden. Wer sich auf die raue, ungezähmte Natur einlässt – die windgepeitschten Küsten, die moosigen Südbuchenwälder, die Fjorde entlang des Beagle-Kanals – der erlebt dort etwas, das es so woanders so nicht gibt.
Eine Bootsfahrt durch den Beagle-Kanal, vorbei am Faro Les Éclaireurs, mit Seelöwen und manchmal sogar Pinguinen, gehört zu den schönen Erlebnissen dort (die Pinguine könnte man allerdings auch schon in Punta Arenas sehen). Feuerland hat einen eigenen, rauen Reiz – auch wenn die Natur nicht ganz so spektakulär ist wie im übrigen Patagonien. Wichtig ist nur, mit den richtigen Erwartungen hinzufahren.

Das übrige Patagonien hat die spektakuläreren Highlights
Was man aber auch bedenken sollte: Der Rest Patagoniens hat die spektakuläreren Highlights. Die schroffen Granittürme im Torres del Paine Nationalpark und des argentinischen Fitz Roy oder der gewaltige Peritonealdialyse-Moreno-Gletscher. Diese Regionen sind außerdem deutlich besser angebunden.
Für Reisende mit weniger Zeit oder einem klaren Fokus auf die großen Trekking-Ziele wie El Chaltén oder Torres del Paine ist das oft die bessere Wahl. Eine Mietwagenrundreise durch das chilenische und argentinische Patagonien lässt sich ohne Feuerland auch einfach zu einer stimmigen Route zusammenfassen, ohne den weiten Abstecher ganz in den Süden.

Unsere Faustregel: ab drei Wochen
Wann raten wir also zu Feuerland? Unsere Faustregel: ab etwa drei Wochen Reisezeit für Patagonien und Buenos Aires / Santiago de Chile. Erst dann bleibt genug Zeit, um sowohl die Highlights im Norden Patagoniens in Ruhe zu erleben als auch den weiten Weg nach Ushuaia noch einzuplanen, ohne dass die Reise zu hektisch wird.
Und natürlich nur, wenn unsere Kunden explizit nach Feuerland möchten. Zum Beispiel wollten Kunden unbedingt die Königspinguin-Kolonie auf Feuerland in der Bahía Inútil besuchen – die einzige solche Kolonie auf dem südamerikanischen Festland.

Die Alternative, die viel unbekannter ist
Wer stattdessen mehr Zeit hat und trotzdem noch unentdecktes Terrain sucht, dem empfehlen wir gerne die Carretera Austral. Ursprünglich, wild, mit einer Natur, die noch kein Massentourismus erreicht hat.
Ich habe dieser Straße mal eine ganze Liebeserklärung gewidmet, und der Satz, der für mich bis heute am meisten stimmt, ist dieser: Die wahre Schönheit der Region entdeckt man erst, wenn man die ausgetretenen Pfade verlässt.
Und darin liegt für mich die eigentliche Pointe dieser ganzen Feuerland-Frage: Feuerland kennt jeder, es hat diesen Sehnsuchtsziel-Status, den man lange mit sich herumträgt. Die Carretera Austral kennt dagegen kaum jemand – obwohl sie für viele die bessere Wahl wäre.

Wie wir das in der Beratung angehen
Deshalb stellen wir in der Beratung beide Optionen vor, mit allen Vor- und Nachteilen, und schauen dann gemeinsam: ist das was für dich, oder hast du dich schon auf ein bestimmtes Ziel festgelegt? Beides ist völlig in Ordnung – aber die Entscheidung sollte auf dem beruhen, was dich dort unten wirklich erwartet, nicht auf dem, was du dir vorher ausgemalt hast. Begeistern können beide Ziele!

Gehört Feuerland zu Patagonien?
Ja. Feuerland ist keine eigenständige Destination, sondern der südlichste Teil Patagoniens. Bei einer Mietwagenreise stellt sich deshalb nicht die Frage “Patagonien oder Feuerland”, sondern ob du die Route bis dorthin verlängerst.
Lohnt sich ein Besuch in Ushuaia?
Ushuaia ist die südlichste Stadt der Welt, aber im Kern vor allem ein Hafen für Kreuzfahrtschiffe – kein verstecktes Paradies, wie viele erwarten. Wer mit realistischen Erwartungen hinfährt, findet trotzdem einen eigenen, rauen Reiz.
Kann ich von Ushuaia aus Kap Hoorn besuchen?
Kap Hoorn, das eigentliche “Ende der Welt”, erreichst du von Ushuaia aus nur im Rahmen einer Kreuzfahrt nach Punta Arenas (oder umgekehrt). Auf dem Landweg oder mit einer Tagestour kommst du nicht hin. Eine Landungsgarantie gibt es aber auch dann nicht, das Wetter muss mitspielen.
Wie viele Tage sollte ich für Feuerland einplanen?
Rechne mit 2 bis 4 Tagen vor Ort, dazu die An- und Abreise, die von den übrigen Patagonien-Highlights aus meist recht weit ist.
Wann ist die beste Reisezeit für Feuerland?
Der Südsommer von November bis März. Auch dann bleibt das Wetter unberechenbar: kräftiger Wind, plötzlicher Regen und Temperaturen, die nicht viel mit “Sommer” zu tun haben.
Was ist eine gute Alternative zu Feuerland?
Die Carretera Austral in Chile: ursprünglich, wenig besucht und landschaftlich mindestens genauso beeindruckend – ideal für alle, die mehr Zeit mitbringen und abseits der bekannten Ziele unterwegs sein wollen.
Mehr Informationen über Feuerland findest Du in unserem Artikel “Feuerland – Reisetipps für die Südspitze Südamerikas“.
Willst Du mehr über Patagonien und Patagonienreisen lesen? Dann schau in unseren Reiseguide:
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