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Reisebericht: Tierra del Fuego – auf nach Feuerland!

Last Updated on 10. Februar 2025 by Südamerika Reiseportal

Eine Reise nach Feuerland – dem “Fin del Mundo” – davon träumen viele. Abgesehen vom Gefühl, am südlichsten Zipfel Amerikas zu stehen, hat Feuerland aber auch noch einiges an landschaftlicher Schönheit und eine beeindruckende Tierwelt zu bieten. Hier ein Reisebericht von einer Gruppenreise nach Patagonien.

Vom Torres del Paine Nationalpark nach Puerto Natales

Nach dem Frühstück brachen wir vom Torres del Paine Nationalpark nach Puerto Natales auf. Im warmen Bus hatte jeder 2 Sitze für sich und nutzte nach den schönen, aber auch anstrengenden Wanderungen im Nationalpark die Gelegenheit für ein Schläfchen. In Puerto Natales streiften wir durch das Städtchen, dessen Häuser alle Zustände zwischen sehr gepflegt und verfallen aufwiesen.

Auf der Weiterfahrt nach Punta Arenas sahen wir Nandus und Flamingos. In Punta Arenas angekommen, schaute ich mir noch ein bisschen die Innenstadt an und den Park. In der Kathedrale wurde gerade ein Gottesdienst abgehalten. Die Kirche war proppenvoll, es roch nach Weihrauch und alles lief emotionaler ab als zuhause.

Anschließend besuchten wir eine Pinguinkolonie. Hier im Süden waren um diese Jahreszeit (Anfang März) nur noch wenige Tiere, kein Vergleich zu dem Gewusel in Punta Tombo auf der Peninsula Valdes. Hier ging es dagegen recht beschaulich zu, es waren auch nur wenige Touristen da. Verschiedene Wege führten durch die Kolonie und es gab Aussichtstürme, von denen man die Magellanpinguine beobachten konnte.
Danach ging ich bald zu Bett, denn am nächsten Morgen sollte es schon früh weitergehen.

Auf nach Feuerland!

Bei Sonnenaufgang starteten wir Richtung First Narrow, um die Magellanstraße mit der Fähre zu durchqueren. Die See war ruhig, so dass die Überfahrt nach Feuerland nicht lange dauerte. Weiter ging es mit dem Bus. An der Grenze mussten wir etwas warten, kamen dann aber ohne Kontrolle durch den Zoll, so dass wir Rio Grande am frühen Nachmittag erreichten.

Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter Richtung Süden. Die Landschaft wurde hügeliger und waldiger. Wir besichtigten den See Fagnano, bevor es hoch in die Berge der Cordillera des los Andes ging. Die Österreicherin in unserer Gruppe fühlte sich dabei sehr an die heimatlichen Alpen erinnert. Gegen Abend erreichten wir dann unsere Unterkunft – eine richtig gemütliche Holzhütte, unten der Aufenthaltsraum mit Ofen und die Küche, oben ein Schlafraum.

Tierra del Fuego

In der Dämmerung machten wir einen Spaziergang durch die heideartige Landschaft zu einem Biber-See. Die Biber wurden in diese Gegend eingeführt, um Tiere zum Jagen zu haben. Aus den ursprünglichen 25 Biber-Pärchen sind mittlerweile 50.000 Tiere geworden, die alles kahl fressen. Wir beobachteten die Biber im See und hörten ihr Knabbern.
Anschließend gab es ein gemütliches Abendessen bei Kerzenschein (es gab kein elektrisches Licht) und sogar eine Torte für die Irin, die an diesem Tag Geburtstag hatte.

Der Feuerland Nationalpark und der Beagle Kanal

Nach einer kurzen Fahrt von ca. 20 km erreichten wir am nächsten Tag Ushuaia mit seinem großen Hafen. Wir gaben nur unser Gepäck an der Rezeption ab und schon ging es weiter in den Nationalpark. Mit dem Wanderführer Mingo, der seine Erklärungen mit vielen Witzen und Geschichten würzte, wanderten wir durch den Wald, es gab viele umgestürzte Bäume, Moose, Flechten und Misteln. Die Wurzeln der Bäume (Flachwurzler) bildeten richtige Knäuel.

Immer wieder gab es auf dem Weg Küstenabschnitte mit Blick auf das klare blau-grüne Wasser des Beagle-Kanals. Es war ein schöner sonniger Tag, so dass wir am Strand picknicken konnten. Dabei mussten wir ein bisschen auf die neugierigen Vögel aufpassen, die unser Essen sehr interessant fanden…

Anschließend machten wir eine Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal. Wir fuhren Richtung Leuchtturm. Im Wasser und auf den Felsen, an denen wir vorbeikamen, tummelten sich die Seelöwen und Pinguine. Teilweise waren die Felsen schwarz-weiß gefleckt von den vielen Kormoranen, außerdem sahen wir Albatrosse.

Da ein frischer Wind wehte, gingen ein paar von uns auch mal unter Deck und schauten dem Steuermann zu. Da ich wohl sehr interessiert ausgesehen haben muss, drängte er mich, auch mal das Steuer zu übernehmen. Dabei reagierte ich auf seine Anweisungen „a la derecha“ und „a la izquierda“ allerdings immer etwas heftiger als erforderlich, so dass es verwunderlich war, dass keiner der Passagiere bei der kurvenreichen Fahrt seekrank wurde!

An einer kleinen Insel legten wir an und machten einen kleinen Spaziergang. Hier auf der Insel hatten auch indianische Ureinwohner gelebt. Außerdem gab es hier merkwürdige Pflanzen, z.B. eine aus der Familie der Karotten, die aussah wie ein moosiger Kohl. Auf der Rückfahrt gab es an Bord Tee und Kekse, so dass uns der aufkommende Regen und Wind nichts ausmachten.

Leuchtturm Beagle-Kanal

Am Abend genossen wir unser letztes gemeinsames Abendessen mit der ganzen Gruppe bei einem „all you can eat“ mit vielen Spezialitäten. Dabei ließen wir noch einmal die tolle Reise Revue passieren, die unterschiedlichsten Landschaften und die vielen Erlebnisse. Die beiden englischen Paare meiner Gruppe hatten sich hierzu ein lustiges Ranking ausgedacht mit Fragen, die sie der Gruppe stellten, z.B. wer immer der letzte beim Frühstück war, die risikoreichsten Momente, die technikbegeisterten Mitglieder der Gruppe, die schönsten Kopfbedeckungen und so weiter. Ein schöner Ausklang!

Ushuaia – El Fin del Mundo

Die lange Reise hatte uns bis zum Ende der Welt geführt. Hier wanderten wir an unserem letzten Tag zum Gletscher Martial, wieder mit unserem Wanderführer Mingo. Von dem Berg aus hatten wir eine tolle Aussicht und bewunderten das Panorama Feuerlands. Wir sahen die Felsen und Inseln im Beagle-Kanal, an denen wir gestern mit dem Boot vorbeigefahren waren, und auch die alte und neue Landebahn des Flughafens.

Mingo erklärte uns, dass nicht alle Piloten hier landen durften, weil man wegen der Berge eine besondere Schulung brauchte. Früher haben die Piloten die Spitze des Regierungsgebäudes als Orientierungshilfe beim Landeanflug genutzt.

Der Rückweg führte uns zunächst über ein Geröllfeld. Mingo sprang mit langen eleganten Sätzen den Berg hinunter; die Mutigen unter uns versuchten, es ihm gleichzutun, was aber etwas unbeholfen aussah. Wir anderen suchten uns lieber etwas langsamer einen Weg durchs Geröll und anschließend querfeldein durch den Wald, denn es gab keinen Pfad. Na ja, Fin del Mundo eben!

Leider schon der Abschied

In Ushuaia zurück mussten wir uns schon von Ariel, unserem Reiseführer, und anderen von unserer Gruppe verabschieden, die während der Reise richtig zusammengewachsen war. Die anderen nutzten noch die restliche Zeit, um Souvenirs zu besorgen oder das kleine, aber sehenswerte Museum Fin del Mundo zu besichtigen, in dem mit vielen Ausstellungsstücken die Geschichte der Gegend dargestellt wird. Außerdem bekamen wir dort auch noch einen Stempel vom Ende der Welt für unseren Pass und die Postkarten.

Am Nachmittag mussten wir uns wehmütig von dieser schönen Landschaft verabschieden, um über Buenos Aires den Rückflug anzutreten.

Blick auf Ushuaia
Blick auf Ushuaia

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