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Capoeira: Afrobrasilianisches Grundnahrungsmittel oder Vem Jogar! – Komm spielen!

Zu Rhythmus und Gesang bewegen sich zwei Personen in der Mitte eines geschlossenen Kreises, der von Musikern und Zuschauern gebildet wird. Ton angebend ist dabei, trotz ebenfalls zum Einsatz kommender Trommeln (atabaques) und Tamburine (pandeiros), ein seltsames Musikinstrument, der Berimbau. Dieser mit einem Holzstäbchen in Schwingung versetzte Bogen besteht aus einer elastischen Rute aus biegsamem Beribaholz (vara), einem als Saite dienenden Stahldraht und einem ausgehöhltem Kürbis (cabaça) als Resonanzboden. Die beiden Akteure in der sog. Roda (Runde) belauern sich wie Schlangen: tänzelnd, elegant, mit wiegenden Schritten. Dann “explodieren” sie geradezu: Es kommt zu artistischen Einlagen in der Luft und auf dem Boden: sie springen, drehen Pirouetten, schlagen Salti. Kopfstände wechseln mit angetäuschten Schlägen und Fußtritten und darauf antwortenden Ausweichbewegungen. Sie scheinen zu kämpfen, berühren sich aber nicht.