Trommeln hallen durch die Gassen von Salvador da Bahia, Stimmen setzen ein, Hände klatschen den Rhythmus. In der Mitte eines Kreises stehen sich zwei Menschen gegenüber. Sie tänzeln, weichen aus, springen, drehen sich, nähern sich an – und berühren sich doch kaum. Was auf den ersten Blick wie Tanz wirkt, ist zugleich Kampf, Spiel, Musik, Ritual und Erinnerung: Capoeira, eine der faszinierendsten Ausdrucksformen afrobrasilianischer Kultur.
Wer Capoeira in Brasilien erlebt, spürt schnell, dass es hier um weit mehr geht als um akrobatische Bewegungen. In der Roda, dem Kreis aus Musikern, Spielern und Zuschauern, verdichten sich Geschichte, Widerstand, Lebensfreude und Gemeinschaft zu einem Moment, der gleichzeitig spielerisch und hoch konzentriert wirkt.